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Fußball
Freiberger Coach Gehrmann setzt auf alte Bekannte von den Kickers

Mohamed Baroudi kommt mit der Empfehlung des WFV-Pokasiegs nach Freiberg. Foto: Baumann
Mohamed Baroudi kommt mit der Empfehlung des WFV-Pokasiegs nach Freiberg. Foto: Baumann
Der SGV Freiberg ist in die Saisonvorbereitung für seine erste Saison in der Fußball-Regionalliga gestartet. SGV-Chefcoach Ramon Gehrmann begrüßte gleich einige Neuzugänge zum Trainingsauftakt. Zum Saisonauftakt empfangen die Freiberger den VfR Aalen.

Freiberg. „Es wird für uns leichter sein, Neuzugänge zu integrieren“, meint Gehrmann beim Trainingsauftakt am Dienstag, „eine Mannschaft, die Meister wurde, lebt von der Euphorie, wir haben zusammen einen sehr großen Erfolg hinter uns, das hat man im Training gemerkt.“

Einige Neue waren für Gehrmann alte Bekannte, wie Ruben Reisig und Mohamed Baroudi von den Stuttgarter Kickers. Beide kommen mit der Empfehlung mit den Blauen 2022 den WFV-Pokal gewonnen zu haben und den Freibergern einen harten Aufstiegskampf geliefert zu haben. Mit Lirim Hoxha konnte ein weiterer Kickersspieler gebunden werden. Der 20-Jährige unterschrieb einen Zweijahresvertrag beim SGV.

Der 26-jährige robuste Hüne Reisig ist ein zentraler Defensivmann für das Mittelfeld oder die Abwehr. Kickers-Eigengewächs Baroudi wurde vom damaligen SVK-Coach Gehrmann schon 2020 mit 17 in den Oberligakader berufen, wo der 19-jährige Offensiv-Wirbelwind in der gerade abgelaufenen Runde mit neun Toren seinen Durchbruch geschafft hat. Der 1,74 Meter große Publikumsliebling auf der Waldau spielte meist auf der linken Außenbahn. „Ich habe in der letzten Saison vom ersten Spiel gegen Astoria Walldorf II von Trainer Ramon Gehrmann immer das Vertrauen gespürt, seitdem habe ich gespielt“, blickt der frischgebackene Abiturient aus Zuffenhausen mit marokkanischen Eltern auf eine gemeinsame Vergangenheit. Er wird von Ex-VfB-Profi Kevin Kuranyi beraten und wechselte an den Wasen, nachdem sein Vertrag bei den Kickers auslief. „Am liebsten spiele ich im Angriff als hängende Spitze wie Mario Götze als halbe Neun“, sagt Baroudi.

Freiberg bindet Talente längerfristig

Zudem neu dabei ist der 29-jährige Mittelfeldspieler Amar Cekic vom Regionalligisten Schweinfurt 05, der 1,94 Meter große 31-jährige Torhüter Niclas Heimann vom SSV Ulm, der bereits für Rot-Weiß Essen und Energie Cottbus spielte. Mit dem 30-jähriger Mittelfeldakteur Ouadie Barini ist ein ehemaliger SGV-Spieler vom Siegburger SV an den Wasen zurückgekehrt. Der 18-jährige zentrale Mittelfeldspieler Finn Becker ist aus der U19 der SG Sonnenhof Großaspach nach Freiberg gewechselt, der 20-jährige Mittelfeldspieler Luca Piljek kam vom 1. Göppinger SV.

Der 61-jährige Torwartcoach Martin Topp wird Gehrmann im Trainerteam verstärken, er arbeitete bereits beim VfB Stuttgart und kommt vom Sonnenhof Großaspach. Zur SG wechseln hingegen Hakan Kutlu und Volkan Celiktas. Die beiden jungen Defensivkräfte Angelo Rinaldi und Christian Mistl haben beim SGV mittlerweile bis 2023 verlängert.

Spielplan bereits terminiert

Der noch nicht bis ins Detail terminierte Regionalliga-Spielplan steht nun: Der SGV startet am Wochenende um den 6. August gegen den VfR Aalen. Wie die Partien gegen Ulm, Trier, Offenbach und Kassel ist auch die Begegnung gegen den VfR ein sogenanntes Hochrisikospiel, eine Einstufung, welche von der die Regionalliga Südwest betreibende Gesellschaft und der Polizei definiert werden. Diese Heimspiele dürfen die Freiberger aktuell nicht auf dem Wasen austragen, dafür fehlt etwa ein eigener fester Zaun um den Gästefanblock. Die Verhandlungen mit dem SG Sonnenhof Großaspach bezüglich einer Ausweichoption sind am Geld gescheitert, die Optionen Heilbronn und Pforzheim kamen ebenfalls nicht zustande.

In Stuttgart nutzen die Kickers und der VfB II das Gazi-Stadion, in Ludwigsburg müsste das Jahnstadion ebenfalls erst umgebaut werden, was die Stadt Ludwigsburg abgelehnt hat. „Seit Jahren legen wir der Stadt Freiberg Konzepte für einen Umbau für die Regionalliga vor“, sagt SGV-Präsiden Emir Cerkez, „aber die Stadt verweigert eine Kooperation, obwohl wir als Verein 90 Prozent der Kosten übernehmen würden.“

Freiberg muss nach Nöttingen ausweichen

Jetzt ist das 70 Kilometer entfernte Remchingen-Nöttingen im Kreis Pforzheim das SGV-Ausweichquartier für die Hochrisikospiele. Der SGV hofft, dass die Stadt in einem Eilverfahren den Umbaumaßnahmen noch zustimmt. „In einem ersten Bauabschnitt könnten wir bis zum Aalen-Spiel loslegen und vor dem Offenbach-Spiel im September den Rest machen“, erklärt Cerkez, „von der Regionalliga und von der Polizei haben wir das so genehmigt bekommen, jetzt hängt es an der Stadt Freiberg.“ (tei)