Logo

ShortTrack

Weltcup-Premiere in Bietigheim

Erstmals wird im Frühjahr 2021 ein Shorttrack-Weltcup in Bietigheim-Bissingen ausgetragen. Der Internationale Eislaufverband (Isu) hat neben dem traditionellen Standort in Dresden nun einen zweiten Weltcup nach Deutschland vergeben. Es ist der erste Wintersport-Weltcup in Württemberg überhaupt.

Wirbt für den ersten Wintersport-Weltcup in Württemberg: Shorttrackerin Anna Seidel gestern in der Ege Trans-Arena. Foto: Baumann
Wirbt für den ersten Wintersport-Weltcup in Württemberg: Shorttrackerin Anna Seidel gestern in der Ege Trans-Arena. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Ganz angetan von Bietigheim als Austragungsort des ersten Wintersport-Weltcups in Württemberg zeigte sich Bietigheim-Bissingens Oberbürgermeister Jürgen Kessing. „Die Idee hat mich sofort fasziniert. Shorttrack ist ein hochspektakulärer und unglaublich dynamischer Sport. Ich bin mir sicher, dass wir den Zuschauern eine attraktive Geschichte anbieten werden“, sagte der sportbegeisterte OB, der zugleich Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) ist.

Auch Deutschlands beste Shorttrackerin, Anna Seidel, die bei der Präsentation in der Ege Trans-Arena gestern dabei war, zeigte sich äußerst positiv gestimmt: „Dass wir neben Dresden mit Bietigheim einen weiteren Weltcup-Standort bekommen haben, ist für unsere Sportart wichtig. Dadurch wird sie bekannter“, sagte die 22-jährige Spitzenathletin aus Dresden. Für Seidel ist die Nachricht ein Segen: Nach dem Gewinn der Bronzemedaille Anfang Januar bei den diesjährigen Europameisterschaften im ungarischen Debrecen erlebte sie einen Schockmoment beim Heim-Weltcup in Dresden: Diagnose Bänderriss im linken Fuß. Die Coronazeit hat sie genutzt, um sich von ihrer Verletzung auszukurieren. „Ich habe selbstständig zu Hause trainiert. Anfang Juni haben wir in kleinen Gruppen mit dem Training angefangen. Mittlerweile fühle ich mich wieder fit“, erzählte Seidel. Dass sie wieder in bestechender Form ist, zeigte die zweifache Olympiateilnehmerin auf dem Eisfeld der Ege Trans-Arena. Elegant wie eine Ballerina fuhr sie im Anzug des deutschen Bundeskaders ihre Kreise.

„Im Vergleich zum Eisschnelllauf geht es beim Shorttracking nicht um die beste Zeit, sondern darum, wer als Erstes über die Ziellinie geht. Es gibt viel Körperkontakt und man braucht einen gewissen Killerinstinkt“, erzählte Seidel. In den Kurven sei das Risiko einer Verletzung aufgrund der hohen Geschwindigkeit besonders groß. Um Unfälle zu vermeiden, werden die Banden an der Kurve durch Matten ersetzt. Diese sollen den Sportler beim Aufprall schützen. Zudem müssen die Läuferinnen spezielle Schlittschuhe tragen, deren „Messer“ leicht gebogen sind.

Jens Zimmermann, geschäftsführender Gesellschafter der veranstaltenden 24passion GmbH, verkündete gestern im VIP-Bereich der Ege Trans-Arena das Wochenende vom 19. bis 21. Februar 2021 als Termin für den Isu World Cup Short Track. Neben ihm stellte sich Hugo Herrnhof, Event Koordinator Short Track der Isu, den Fragen. „Die ganze Geschichte war Zufall. Ich habe im Juli einen Brief vom ungarischen Verband bekommen, dass Debrecen seine Eisanlage aufbessern muss. Turin, Lausanne und Minsk haben als Organisatoren zudem abgesagt. Wir kamen zu dem Entschluss, Bietigheim einen Platz zu vergeben“, sagte Herrnhof, der eigens aus Turin angereist kam. Das rasante Spektakel werden Zuschauer womöglich nur in begrenzter Anzahl von den Tribünen aus mitverfolgen können. „Wir haben uns wegen der Coronapandemie zum Schutz der Sportler darauf geeinigt, auf die aktuelle Situation zu reagieren“, sagte Zimmermann, der auch Manager von Anna Seidel ist. Dass es ein Großereignis wird, belegen die Teilnehmerzahlen: 220 Athleten aus 22 Nationen nehmen teil. „Zudem hat das ZDF Interesse bekundet, am Sonntag zu berichten. Insofern werden die Fans was zu sehen bekommen“, so Zimmermann.

Autor: