Berlin. Grund für die Visite in Ludwigsburg: Das 75-jährige Bestehen des hier ansässigen Deutsch-Französischen Instituts (DFI). Es ist der erste offizielle Staatsbesuch eines französischen Präsidenten in Deutschland seit 23 Jahren. Gewürdigt wird im 60. Jahr des Bestehens des Élysée-Vertrages die enge Freundschaft beider Länder. Empfangen und begleitet werden die Macrons von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seiner Frau Elke Büdenbender.
Brigitte Macron besucht das Goethe-Gymnasium in Ludwigsburg
Nach der Ankunft am Sonntag in Stuttgart beginnt das offizielle Besuchsprogramm am Montag mit einer Begrüßung mit militärischen Ehren im Garten von Schloss Ludwigsburg - in Anwesenheit einer Abordnung der Deutsch-Französischen Brigade sowie des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne). Im Anschluss nehmen Steinmeier und Macron an einer Diskussion zum Thema Künstliche Intelligenz teil. Elke Büdenbender und Brigitte Macron besuchen währenddessen das Goethe-Gymnasium in Ludwigsburg.
Bootsfahrt mit Olaf Scholz
Nach der Weiterreise nach Berlin geben Steinmeier und Macron im Schloss Bellevue eine Pressekonferenz. Danach schließen sich eine Bootsfahrt mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) auf der Spree an sowie ein Gang mit Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (CDU) durchs Brandenburger Tor.
Steinmeier gibt Staatsbankett
Am späten Montagnachmittag besuchen Macron und Steinmeier das Zukunftscamp des Deutsch-Französischen Jugendwerks in der Malzfabrik in Berlin-Schöneberg. Das Jugendwerk feiert in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen, die beiden Präsidenten sind traditionell Schirmherren. Am Abend geben Steinmeier und Büdenbender ein Staatsbankett zu Ehren der Macrons.
Staatsbesuche sind nach Angaben des Bundespräsidialamts Ausdruck der Qualität der bilateralen Beziehungen. Sie bieten Gelegenheit, die Zusammenarbeit weiter auszubauen. Im Allgemeinen finden sie abwechselnd und im Abstand mehrerer Jahre statt. Trotz der ständigen Präsenz der Bundesrepublik Deutschland durch ihre Botschaften im Ausland und der vielen bilateralen und multilateralen Konferenzen, an denen die Bundesregierung teilnimmt, komme der persönlichen Begegnung der Staatsoberhäupter hohe Bedeutung zu, heißt es auf der Internetseite des Präsidialamts.
Im Gegensatz zu den normalen Begegnungen und Arbeitsbesuchen wird beim Staatsbesuch alles aufgefahren, was das diplomatische Protokoll hergibt: Beflaggung an den Straßen, freie Fahrt für die schweren Limousinen, die von Motorrad-Eskorten geleitet werden. Bei der Begrüßung - in der Regel in Berlin - schreiten die Staatsoberhäupter eine Ehrenformation der Bundeswehr ab, die Nationalhymnen erklingen, es gibt eine Kranzniederlegung an der Gedenkstätte für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft in Berlin. Bei einem Staatsbankett speisen die Präsidenten beziehungsweise Monarchen mit Vertretern des öffentlichen Lebens. Meist gibt es neben dem Programm in Berlin noch Programmpunkte an anderen Orten, je auch nach Interessenlage des Staatsgasts. So war der britische König Charles III. bei seiner Visite unlängst unter anderem auch in einem Biodorf in Brandenburg sowie in Hamburg. In der Regel gibt es nicht mehr als vier Staatsbesuche in einem Jahr. (red)
Rede vor der Dresdner Frauenkirche geplant
Am Dienstag reisen die Paare gemeinsam mit dem Zug nach Dresden. Gegen Mittag steht ein Besuch in der Nähe von Schloss Moritzburg auf dem Programm und eine Begegnung mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU). Am Nachmittag besuchen Steinmeier und Macron in Dresden das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme (IPMS), während Büdenbender und Brigitte Macron das Grüne Gewölbe besichtigen. Auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche wird Präsident Macron eine Rede halten.
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