Stuttgart. Nach dem erneuten Insolvenzantrag der Warenhauskette Galeria bangen rund 1.500 Beschäftigte in Baden-Württemberg um ihren Arbeitsplatz. Verdi-Landeschefin Maike Schollenberger sagte in Stuttgart: «Die ständige Ungewissheit ist eine Zumutung für alle. Wir erwarten von Galeria seriöse Informationen statt Nebelkerzen. Und eine echte Einbeziehung der Beschäftigten und der Betriebsräte.» Die rund 1.500 Männer und Frauen in den verbliebenen zwölf Filialen im Land müssten nun zum vierten Mal in einem Insolvenzverfahren um ihre Zukunft fürchten.
Das Unternehmen hatte am Vormittag mitgeteilt, dass es beim Amtsgericht Düsseldorf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt habe. Der Geschäftsbetrieb in den bundesweit 83 Filialen soll vorerst weiterlaufen. Für Galeria ist es nach 2020, 2022 und 2024 der vierte Insolvenzantrag innerhalb von sechs Jahren. Schollenberger sagte nach Angaben eines Sprechers weiter, haarsträubende Managementfehler seien der Grund für die wiederholte Schieflage von Galeria. «Während die Beschäftigten trotz der Dauerkrise täglich ihre ganze Arbeitskraft einbringen, hat Galeria notwendige Investitionen verschleppt.»
Landeswirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) sagte, die Warenhäuser seien für viele Innenstädte wichtige Anker. «Jetzt braucht es rasch Klarheit und eine tragfähige Perspektive für die Beschäftigten und die betroffenen Standorte.» Entscheidend sei, dass der Geschäftsbetrieb zunächst weiterlaufe und alle Beteiligten konstruktiv an Lösungen arbeiteten.
Gespräche mit Vermietern über Konditionen
Im Juli wurde bekannt, dass fünf Filialen im Land auf einer Liste von bundesweit 33 Standorten standen, die auf ihre Rentabilität geprüft werden sollen. Galeria wollte mit den Vermietern über Konditionen und Flächenanpassungen verhandeln. Sollten keine tragfähigen Lösungen erarbeitet werden, sei die Fortführung der jeweiligen Filiale gefährdet. In Baden-Württemberg sind nach den Angaben vom Sommer folgende Filialen betroffen: Freiburg (Europaplatz), Heilbronn, Mannheim, Offenburg und Singen.
Die Krise des Konzerns, der aus der Fusion von Galeria Kaufhof und Karstadt hervorgegangen war, ging in den vergangenen Jahren auch am Südwesten nicht spurlos vorüber. Geschlossen wurden unter anderem Warenhäuser in Esslingen, Göppingen, Heidelberg (Bismarckplatz), Leonberg, Mannheim (N7), Pforzheim, Reutlingen sowie in Stuttgart (Eberhardstraße und Bad Cannstatt). Dabei gingen Hunderte Jobs verloren.
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