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Fußball-Bundesliga
Kompanys «klare» Analyse und Aufmunterung beim Frühstück

Bayern München - Paris Saint-Germain
«Nie verlieren, was uns stark macht.» Bayern-Trainer Vincent Kompany glaubt fest an seine Spielphilosophie. Foto: Tom Weller
Für den FC Bayern geht es nach dem schweren Königsklassen-K.o. gegen Paris nach Wolfsburg. Die neue Motivation ist ein «Extra-Titel». Für «unsere Träume» 2027 kennt der Trainer nur einen Kurs.

München. Vincent Kompany sieht sich in einer Schlüsselrolle. Natürlich sitzt der Frust über das verpasste Champions-League-Finale beim FC Bayern immer noch sehr, sehr tief. Bei den Bossen, bei den Spielern, bei den Fans. Und auch bei ihm daheim, wie der dreifache Familienvater zwei Tage nach dem Halbfinal-Aus gegen Titelverteidiger Paris Saint-Germain verriet. 

«Meine Rolle ist es, das vorzuleben, wie man mit so einer Situation umgeht», sagte Kompany vor dem Auswärtsspiel in der Fußball-Bundesliga am Samstag (15.30 Uhr) gegen den tief im Abstiegskampf steckenden VfL Wolfsburg. 

Vater Kompany richtet daheim seine Kinder auf

«Wie lebt man das vor? Erst mal zu Hause. Es war sogar für die Kinder schwierig am nächsten Tag», sagte er zum Morgen nach dem 1:1 im Halbfinal-Rückspiel gegen PSG: «Da musst du als Vater vorbeilaufen und sagen: 'Kommt Jungs, Brot essen, frühstücken - und es geht weiter'.»

Im Profi-Fußball geht es immer weiter, ohne Abschalten, ohne große Erholung. Und Kompany lebt das vor: «Wir wollen ab sofort zeigen, dass es für uns schon vorbei ist und es wieder geht, um alles, was wir noch erreichen können.» Er meint damit «den Extra-Titel» im DFB-Pokal gegen den Vorjahressieger VfB Stuttgart im Finale am 23. Mai im Berliner Olympiastadion. 

Wer in Wolfsburg aufläuft, will Kompany auch von der Frische ableiten, die er in den Augen seiner Profis sieht. «Die Jungs haben viel gegeben gegen PSG», erinnerte er an das 1:1, das nach dem 4:5-Spektakel in Paris nicht reichte. Ausfallen wird Alphonso Davies wegen einer neuerlichen Muskelverletzung.

Eine Botschaft sendete Kompany unabhängig von der Aufstellung an den Wochenend-Gegner. «Das wollen die Wolfsburger, dass wir da entspannt hinfliegen - aber keine Chance. Die Spannung, die wir brauchen, werden wir auch haben.»

Bayern München - Paris Saint-Germain
Gegen Paris noch in Aktion, nun wieder verletzt: Alphonso Davies (l). Foto: Sven Hoppe

Aber natürlich drehte sich im Vorfeld dieser zumindest für den deutschen Rekordmeister sportlich weniger wichtigen Partie vieles noch um das Aus gegen Paris und mögliche Lehren daraus. «Die Analyse ist klar», erklärte Kompany. Klar ist für ihn - er sieht keine Gründe für einen Paradigmenwechsel.

«Nie verlieren, was uns stark macht»

«Das Ziel ist immer das perfekte Spiel. Aber ich will nie verlieren, was uns stark macht. Wir versuchen uns zu verbessern, um dann alle unsere Träume zu erreichen», kündigte er an. Die Bayern haben in der Bundesliga vor den letzten zwei Spieltagen den Torrekord auf die aktuelle Bestmarke von 116 Treffern geschraubt. Kompany verwies dabei auch auf die Tordifferenz von plus 81. 

Trotz Kritik an zu vielen Gegentoren und defensiven Grenzen in großen Partien wie gegen Paris glaubt der Belgier fest an den großen Wurf mit dem von ihm verfolgten Spielstil. «Ganz bald sind wir wieder in der Champions League. Dann werden wir versuchen, ins Finale zu kommen und das hoffentlich zu gewinnen.»

Der Kader bleibt schlank und in der Spitze top

Auch in der Kaderplanung sehen die Bayern-Entscheider keine Veranlassung für eine grundsätzliche Neuausrichtung. «Diese Saison ist eine außergewöhnlich gute. Wir spielen einen Superfußball», sagte Sportdirektor Christoph Freund und ergänzte: «Wir sind sehr, sehr zufrieden mit dem Kader, den wir haben.» 

Was heißt für die Transferpolitik in diesem Sommer? Antwort Freund: «Unsere Grundausrichtung, dass wir einen nicht zu großen Kader haben und in der Spitze top besetzt sind, bleibt beibehalten.»

© dpa-infocom, dpa:260508-930-52798/1