1. Startseite
  2. Überregionales
  3. Stuttgart & Südwest
Logo

Baustellen
Kretschmann denkt am Albaufstieg über Rollator nach

Beginn des Ausbaus der A8 am Albaufstieg
Ministerpräsident Winfried Kretschmann sieht sich später im Rollator. Foto: Bernd Weißbrod
Sieben Jahre Bauzeit für den neuen Albaufstieg – das lässt Ministerpräsidenten Kretschmann nachdenklich werden. Beim Spatenstich in Hohenstadt zeigt sich der 77-Jährige mit Humor und Wehmut zugleich.

Hohenstadt/Stuttgart. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ist mit Blick auf die mit sieben Jahren veranschlagte Baudauer der neuen A8 am Albaufstieg persönlich geworden. «Wenn das fertig ist, ist die Frage, ob ich da überhaupt noch lebe. Wenn ich aber noch lebe, interessiere ich mich wahrscheinlich nicht mehr für Autobahnen, sondern eher dafür, ob die Bürgersteige in Laiz gut sind, damit ich mit dem Rollator noch vorwärtskomme», sagte der 77-Jährige in Hohenstadt (Kreis Göppingen) beim Spatenstich. 

Laiz, wo Kretschmann wohnt, ist ein Stadtteil von Sigmaringen. Kretschmann ist der am längsten amtierende Ministerpräsident in der Geschichte von Baden-Württemberg. Zur Landtagswahl im März tritt er nicht mehr an. 

Albaufstieg ist eine Besonderheit 

Staugeplagten Reisenden ist der Engpass der A8 am Albaufstieg zwischen Karlsruhe und München schon lange ein Dorn im Auge. Im Dezember erteilte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) die Baufreigabe für das mit 1,4 Milliarden Euro bezifferte Projekt. 

Der Albaufstieg ist eine Besonderheit. An der Anschlussstelle Mühlhausen teilen sich die Richtungsfahrbahnen zur Hochfläche der Schwäbischen Alb. Die bis zu zwei Kilometer voneinander entfernten Trassen mit je zwei Fahrspuren überwinden auf rund zwölf Kilometern eine Höhendifferenz von 230 Metern. Die Teilung der Richtungsfahrbahnen war nötig, weil es beim Bau 1936 bis 1942 nicht möglich war, eine vierspurige Autobahn an nur einem Berghang entlangzuführen. Der neue Albaufstieg wird die getrennten Trassen in einer neuen sechsstreifigen Autobahnstrecke zusammenführen. In Betrieb gehen soll die Strecke 2034. 

Zum Termin kamen neben Kretschmann unter anderem der Chef des Bundeskanzleramts, Thorsten Frei (CDU), und die Direktorin der Niederlassung Südwest der Autobahn GmbH des Bundes, Christine Baur-Fewson. Frei kam in Vertretung von Schnieder, der ebenso wie Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) wegen des Sicherheitsgipfels der Bahn in Berlin verhindert war.

© dpa-infocom, dpa:260213-930-682429/1