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Laborergebnisse
Ministerium: Fläschchen enthielt nie radioaktives Polonium

Substanz aus dem Behälter mit der Aufschrift "Polonium 210"
Die verdächtige Substanz - hier ist eine Probe davon zu sehen - wird nun noch weiter von Experten untersucht. Foto: Umweltministerium Baden-Württemberg
Fläschchen mit der Beschriftung «Polonium» untersucht
Der Fund des Fläschchens in Vaihingen an der Enz hatte einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei ausgelöst. Foto: Karsten Schmalz
Der Fund eines Fläschchens mit der Aufschrift «Polonium 210» löste einen Großeinsatz aus. Nun ist klar: Radioaktiver Stoff war nie in dem Behältnis. Was die Behörden noch herausgefunden haben.

Vaihingen an der Enz. Nach dem Fund eines Fläschchens mit der Aufschrift «Polonium 210» in Vaihingen an der Enz (Kreis Ludwigsburg) hat das Umweltministerium mitgeteilt, dass der radioaktive Stoff zu keinem Zeitpunkt in dem Fläschchen enthalten war. Das hätten mehrere radiologische Messungen und Analysen des Inhalts des Behältnisses ergeben, teilte das Ministerium mit. Zudem hätten Analysen des Landeskriminalamtes keine Hinweise auf andere gesundheitsschädliche Stoffe ergeben.

Bereits vergangene Woche hatte das Ministerium mitgeteilt, dass in dem Fläschchen kein Polonium 210 sei. In dem Gefäß war demnach eine gelbliche Flüssigkeit mit weißem Granulat. Durch weitere Analysen hätten Stoffe wie Natrium, Kalium, Kalzium, Silizium und Phosphor bestimmt werden können, sagte eine Sprecherin. «Alle diese Inhaltsstoffe lassen momentan noch keinen eindeutigen Rückschluss auf den eigentlichen Inhalt zu.» 

Experten untersuchen Fläschchen mit Aufschrift "Polonium 210"
Dieser Behälter und sein Inhalt geben Fachleuten Rätsel auf. Foto: Umweltministerium Baden-Württemberg

Auf weitere Analysen werde aktuell verzichtet. Dies werde erst wieder relevant, falls die Sicherheitsbehörden entsprechende Ermittlungsansätze verfolgen wollten, sagte die Sprecherin. Was mit der Flüssigkeit geschehen soll, sei nun Entscheidung des zuständigen Polizeipräsidiums Ludwigsburg. Ein Sprecher dort sagte, bisher gebe es keine neuen Erkenntnisse dazu, wie das Fläschchen in den Garten gekommen sei.

Fund bei Ostereiersuche 

Zwei Männer hatten das Fläschchen nach Angaben der Polizei bei der Ostereiersuche am Ostersonntag in einem privaten Vorgarten nordöstlich von Stuttgart gefunden. Sie wählten sofort den Notruf. 

Polonium ist ein chemisches Element mit hoher Radiotoxizität und deshalb sehr gesundheitsschädlich. Laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ist der Stoff vor allem dann gefährlich, wenn er eingeatmet oder aufgrund offener Wunden über die Haut aufgenommen wird. Schon ein Millionstel Gramm Polonium 210 kann einen Menschen töten - laut BfS innerhalb weniger Tage. Der Putin-Kritiker und frühere Geheimdienstoffizier Alexander Litwinenko etwa starb 2006 in London nach einem Anschlag mit Polonium 210.

© dpa-infocom, dpa:260416-930-953756/2