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Auswärtssieg
Mit starkem El Khannouss - VfB nimmt Kurs aufs Achtelfinale

Celtic Glasgow - VfB Stuttgart
Ein wichtiger Faktor für den VfB: Torschütze Bilal El Khannouss. Foto: Steve Welsh
Der VfB Stuttgart bleibt trotz eines Gegentor-Geschenks an seinem besonderen Europapokal-Abend im Celtic Park cool. Verdient gelingt der erste Schritt zum erhofften Achtelfinaleinzug.

Glasgow. Dank Doppelpacker Bilal El Khannouss, Jamie Leweling und Tiago Tomás hat der VfB Stuttgart glänzende Aussichten auf das erste Europapokal-Achtelfinale seit 13 Jahren. Mit dem verdienten 4:1 (2:1) im emotionalen Auswärts-Auftritt beim schottischen Meister Celtic Glasgow stehen die Schwaben vor dem Playoff-Rückspiel in der Europa League am kommenden Donnerstag sehr gut da. 

Unbeirrt von der außergewöhnlichen Atmosphäre im Celtic Park führten der marokkanische Afrika-Cup-Vizemeister El Khannouss (15. Minute/28.), Nationalspieler Leweling (57.) und Tomás (90.+3) die Schwaben zum Erfolg. Mit ihren Toren dämpften sie die Stimmung bei den Celtic-Fans, die nur nach dem fatalen Fehlpass von Kapitän Atakan Karazor (21.) am eigenen Strafraum jubeln durften. Benjamin Nygren traf zum zwischenzeitlichen 1:1. 

Im Falle des Weiterkommens würde der DFB-Pokalsieger von Trainer Sebastian Hoeneß auf den FC Porto oder Sporting Braga aus Portugal treffen. Der SC Freiburg als zweiter Bundesliga-Vertreter hatte sich in der Ligaphase direkt für die Runde der besten 16 qualifiziert.

VfB bremst Stimmung auf den Rängen aus

Abgesehen vom Patzer vor dem Ausgleich überzeugten die Schwaben und nahmen den Celtic-Anhängern früh den Enthusiasmus. Von der ungewöhnlichen Widrigkeit, dass das erste Europapokal-K.o.-Rundenspiel des VfB seit 2013 schon nach wenigen Sekunden für ein paar Minuten unterbrochen war, ließen sie sich dabei nicht stören. Der Grund war auf den TV-Bildern nicht ersichtlich. Wie der VfB mitteilte, schmissen Celtic-Fans Tennisbälle auf den Rasen. 

Als es dann weiterging, erwischte der Bundesliga-Vierte den erhofften Start. Ausgangspunkt des 1:0 war ein kurzer Abschlag von Celtic-Keeper Kasper Schmeichel. VfB-Innenverteidiger Finn Jeltsch entschied das Kopfballduell für sich, Deniz Undav legte per Hacke vor. Mit dem linken Fuß per Flachschuss schloss El Khannouss relativ zentral ab, Schmeichel konnte nicht parieren.

VfB nach Gegentor-Geschenk effizient

Beim heftigen Defensiv-Schnitzer des unter Druck geratenen Karazor nach Zuspiel von Keeper Alexander Nübel hatte Nygren dann keine Probleme, den VfB-Torhüter zu umkurven und zum Ausgleich einzuschieben. 

Celtic Glasgow - VfB Stuttgart
Ein Fehlpass in der Defensive führte zum Ausgleich von Benjamin Nygren. Foto: Steve Welsh

Ohne diesen Schnitzer hätte die Hoeneß-Elf schon vor der Pause für eine komfortable Situation sorgen können, führte dann aber erst einmal nur knapp. Nach einer abgefälschten Flanke von Angelo Stiller legten die Stuttgarter mit dem erfolgreichen Kopfball von El Khannouss wieder vor. 

Damit zeigte der VfB die Effizienz, die sich in den vergangenen Monaten in den Auswärtsauftritten der Europa League als Schwachpunkt herauskristallisiert hatte. Bei beiden Treffern machte es die Celtic-Defensive El Khannouss aber nicht allzu schwer.

Abwehrchef muss im Rückspiel zuschauen

Das 3:1 fiel zu einem wichtigen Zeitpunkt, der schottische Traditionsverein hatte den VfB gerade ein wenig mehr unter Druck gesetzt. Aus rund 20 Metern zog Leweling ab, der Ball sprang auf dem Rasen auf und über den rechten Arm des Keepers. Ermedin Demirovic und Co. jubelten wenig später schon wieder, doch der vermeintliche Doppelschlag zählte wegen einer Abseitsposition nicht.

Zahlreiche Celtic-Fans machten sich dennoch vorzeitig auf den Heimweg. So sahen sie das Tor von Tomás in der Nachspielzeit nicht mehr. Verzichten muss der VfB im Rückspiel auf Abwehrchef Jeff Chabot, der gelbgesperrt fehlen wird.

© dpa-infocom, dpa:260219-930-710724/1