Marbach. Wie hat sich die Frauenbewegung in Deutschland entwickelt, welche Debatten hat sie geprägt und welche Kontroversen ausgelöst? Antworten darauf verspricht das Redaktionsarchiv des feministischen Magazins «Emma», das das Deutsche Literaturarchiv Marbach (DLA) übernimmt. Die Übergabe ist nach Angaben des Archivs für Sommer 2027 geplant.
Gründerin Alice Schwarzer hat angekündigt, «Emma» nach fast 50 Jahren einzustellen. Die Ausgabe vom 8. Dezember werde die letzte sein. Wirtschaftliche Gründe seien dafür nicht ausschlaggebend, erklärte Schwarzer der Deutschen Presse-Agentur. «Wir gehen, weil wir meinen: Es reicht!», begründete sie den Schritt.

Das 1977 gegründete Magazin setzte sich für Gleichberechtigung ein und begleitete gesellschaftliche Entwicklungen aus feministischer Perspektive. Themen wie die Rollenverteilung in der Familie, sexuelle Gewalt und das Abtreibungsrecht prägten die Berichterstattung.
Auch Briefwechsel gehören zum Archiv
Der Archivbestand umfasst laut Mitteilung des Literaturarchivs sämtliche erschienenen Ausgaben, Materialien aus der Gründungszeit und Korrespondenzen mit Autorinnen, Weggefährtinnen und Leserinnen. Zu den Briefpartnerinnen zählen unter anderem die Schriftstellerinnen Irmtraud Morgner und Ginka Steinwachs sowie die Filmemacherin Margarethe von Trotta, wie aus der Mitteilung des DLA hervorgeht.
Die Dokumente geben Einblick in frühe Diskussionen über feministische Literatur und die Förderung weiblicher Kreativität, heißt es. Zum Bestand gehören außerdem analoge Druckvorlagen der Zeitschrift, eine Plakatsammlung und ein Pressearchiv mit mehr als hundert Ordnern. Auch Materialien zu Themen wie Kindesmissbrauch und Islamismus sind enthalten.
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