Fellbach. In der heißen Phase der Landtagswahl bekommen die Christdemokraten im Südwesten Schützenhilfe aus Hessen: Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) hat beim traditionellen politischen Aschermittwoch der Südwest-CDU in Fellbach (Rems-Murr-Kreis) die Grünen und deren Spitzenkandidaten Cem Özdemir scharf attackiert. «Die Leute haben die Nase voll von grünen Bevormundungen, von grünen Verboten und besonders von der grünen Besserwisserei», so Rhein. Bei der Landtagswahl am 8. März gehe es um eine Richtungsentscheidung. Die CDU stehe für Freiheit statt für Verbote.
Rhein nahm aufs Korn, dass auf den Plakaten Özdemirs dessen Parteizugehörigkeit kaum zu erkennen sei. Dafür habe er größtes Verständnis, sagte Rhein. «Wer von uns würde denn gerne auf sein Plakat die Grünen schreiben?» Auch machte sich Rhein über Özdemirs Wahl-Slogan «Sie kennen ihn» lustig. «Die Bauern kennen ihn», sagte Rhein – und spielte damit auf Özdemirs Performance als Bundesagrarminister und den Streit um den Agrardiesel an.
Die Bauern hätten damals mit Özdemir am Katzentisch gesessen, nicht am Kabinettstisch. So könne man nicht mit den Bäuerinnen und Bauern umgehen. «Aber was erwartet man von jemandem, dessen einzige Pflanze, die er jemals gepflanzt hat, eine Hanfpflanze gewesen ist?»
Beim traditionellen politischen Stammtisch am Aschermittwoch stehen in diesem Jahr Grüne und CDU im Zentrum der Aufmerksamkeit, da deren Spitzenkandidaten als einzige reale Chancen auf den Job des Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg haben. Derzeit führt die CDU in den Umfragen für die Wahl am 8. März, die Grünen holten zuletzt aber Punkte auf.
© dpa-infocom, dpa:260218-930-703181/1
