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Wahl in Baden-Württemberg
Umfrage zeigt: So kommt das Hagel-Video bei den Wählern an

Manuel Hagel
Schadet ein etwa acht Jahre altes Interview dem CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg? (Archivbild) Foto: Michael Kappeler
Ein acht Jahre altes Interview des CDU-Spitzenkandidaten sorgt kurz vor der Wahl für Wirbel. Eine Umfrage zeigt nun, wie sehr die alten Aussagen Hagel schaden - und wie sehr sie wahrgenommen wurden.

Stuttgart. Welche Auswirkungen hat das viel kritisierte acht Jahre alte Interview von CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel im Landtagswahlkampf in Baden-Württemberg? Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur gibt nun erstmals Hinweise darauf, wie stark die Debatte Hagel schadet. In der Befragung gab etwa die Hälfte (47 Prozent) der Befragten, die von dem Video gehört hatten, an, dass es ihr Bild von Hagel eher negativ beeinflusse. Etwa jeder Zehnte (13 Prozent) hat nun sogar ein positiveres Bild von Hagel. Bei 38 Prozent der Befragten ändert das Video eher wenig an der Beurteilung Hagels. 

Viele Befragte haben von der Debatte aber auch gar nichts mitbekommen. Fast jeder Zweite (48 Prozent) gab an, von dem Video und der anschließenden Debatte nichts gehört oder gelesen zu haben. 34 Prozent haben davon gehört oder gelesen und können auch erklären, worum es geht. 14 Prozent haben die Debatte mitbekommen, können sie aber nicht genau erklären.

Aussage zu «rehbraunen Augen» sorgte für Wirbel

Vergangene Woche hatte eine Bundestagsabgeordnete der Grünen einen acht Jahre alten Clip gepostet, der Hagel bei einem Interview zeigt. Hagel, damals 29 Jahre alt und Landtagsabgeordneter, berichtet darin von einem Schulbesuch. In der Klasse hätten 80 Prozent Mädchen gesessen. «Also da gibt’s für 29-jährige Abgeordnete schlimmere Termine als diesen», sagt Hagel. Dann geht er auf eine Schülerin ein: «Ich werd’s nie vergessen, die erste Frage, sie hieß Eva, braune Haare, rehbraune Augen.» Der Clip sorgt für heftige Kritik.

Hagel hatte eingeräumt, dass der Einstieg in das Interview «Mist» gewesen sei und betont, dass er den Satz so heute nicht mehr sagen würde. 

Für die repräsentative Umfrage befragte das Meinungsforschungsinstitut YouGov vom 25. Februar bis 3. März 1.010 Wahlberechtigte ab 16 Jahren in Baden-Württemberg. Die Fehlertoleranz liegt zwischen 1,3 und 3,1 Prozentpunkten. Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten.

© dpa-infocom, dpa:260304-930-766941/1