Bietigheim-Bissingen. Vor kurzem beteiligte sich der Fachbereich Wald des Landratsamts Ludwigsburg gemeinsam mit den örtlichen Jugendfeuerwehren sowie dem Deutschen Alpenverein am bundesweiten Waldputztag. Im Brandholz sowie im Waldgebiet Lettengrube in Bietigheim-Bissingen wurden von rund 50 Freiwilligen Abfälle gesammelt und fachgerecht entsorgt, heißt es in einer Mitteilung des Landratsamts. Verpackungen, Flaschen und achtlos entsorgter Unrat machten deutlich: Müll und Plastik gehören nicht in den Wald.
Warum Müllsammeln so wichtig ist
Seit dem ersten bundesweiten Waldputztag im Jahr 2022 haben bundesweit 5.792 Freiwillige mehr als 71,5 Tonnen Müll eingesammelt. Ein großer Teil davon: Plastikverpackungen. Allerdings bleibt ein erheblicher Teil des Abfalls im Verborgenen – unter Laub, im Boden oder bereits zersetzt in kleinste Partikel.
Plastik verschwindet nicht einfach. Durch chemische und biologische Prozesse wird es über Jahre und Jahrzehnte zersetzt, wobei schädliche Substanzen freigesetzt werden können. Es entstehen Mikroplastikpartikel, die von Bodenlebewesen aufgenommen und im Ökosystem verteilt werden. Unsichtbar heißt nicht unwirksam – einmal im Wald angekommen, bleibt Müll oft dauerhaft Teil des Systems. Für das sensible Ökosystem Wald ist das eine enorme Herausforderung, heißt es in der Pressemitteilung.
Verpackungen, Flaschen und achtloser Unrat
Bei solchen Aktionen stellt sich häufig die Frage, warum überhaupt Müll im Wald landet, teilweise in den entlegensten Ecken. „Neben Fahrrädern, Autoreifen und Bauschutt ist alles dabei. Oft ist der Abfall schnell nicht mehr sichtbar und damit auch schnell aus dem Bewusstsein verschwunden“, wird Veranstaltungsorganisator Simon Spittel vom Fachbereich Wald in der Pressemitteilung zitiert. „Der CleanUp-Day ist deshalb zwar nur ein kleiner, aber wichtiger Baustein, um für dieses oft verborgene Problem Bewusstsein zu schaffen. Denn letztlich schützt Bewusstsein den Wald langfristig besser als jedes Verbotsschild“, so Spittel.
Gemeinsames Engagement mit klarer Forderung
Der Waldputztag wurde von der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg, dem Landeswaldverband Baden-Württemberg und dem Cleanup-Network ins Leben gerufen. Im Mittelpunkt steht die Forderung nach einer „Plastikreduktionsstrategie Wald“ – ein klares Bekenntnis zu weniger Kunststoffproduktion und konsequenter Müllvermeidung. Denn nur wenn weniger Plastik produziert und achtlos entsorgt wird, kann der Wald langfristig gesund bleiben. Wer selbst für die Sauberkeit der Wälder aktiv werden will, kann eigene Sammelaktionen über die Website unter www.theforestcleanup.de anmelden. (red)

