Stuttgart. Der letzte Eindruck war nicht der erhoffte. Doch er soll nicht der sein, der von dieser Saison des VfB Stuttgart im Gedächtnis bleibt. Zumal die Niederlage im DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern München (0:3) nicht das Gesamtbild definiert, findet Trainer Sebastian Hoeneß. Eine Schulnote für das Geleistete zu vergeben, sei ihm nicht wichtig. Aber: «Erhobenen Hauptes» könne man sich aus der Spielzeit schon verabschieden, meinte der Coach.
Zustimmung erhielt Hoeneß von Vorstandschef Alexander Wehrle und Sportvorstand Fabian Wohlgemuth, die mit Stolz zurückblicken. Zum zweiten Mal nacheinander erreichten die Schwaben das Endspiel im Berliner Olympiastadion, bekamen es aber diesmal mit einem übermächtigen Gegner zu tun. Über die Liga sicherten sie sich für die nächste Saison das Champions-League-Ticket. Und in der Europa League präsentierte sich der VfB bis zum Achtelfinal-Aus gegen den FC Porto ebenfalls ordentlich.
«Wir haben die Saisonerwartungen übertroffen. Hoffentlich wird die nächste Saison genauso», stimmte Nationalspieler Deniz Undav in die Lobeshymnen ein. Der 29-Jährige ist einer der Spieler, die beim VfB in der Sommerpause im Blickpunkt stehen.
Klappt es mit der schnellen Undav-Verlängerung?
Schließlich würden die Stuttgarter mit ihrem Leistungsträger gerne vorzeitig verlängern - am besten noch vor der Abreise zur Nationalmannschaft. Ein enger Zeitplan, denn: «Ab Mittwoch bin ich weg. Schauen wir mal, was bis dahin passiert», meinte Undav, der kürzlich erklärte, beide Parteien seien «vielleicht nur Kleinigkeiten voneinander entfernt».
Sein Vertrag läuft 2027 aus. Für eine Einigung müssten sich die Stuttgarter wohl strecken. Sollte es dazu nicht kommen, droht dem VfB nächstes Jahr ein ablösefreier Abgang seines Torjägers.
Wohlgemuth mahnte am Samstag nach Abpfiff indes zur Geduld. «Das Allerwichtigste ist, nicht direkt wieder nach vorn loszurennen», sagte der 47-Jährige. «Natürlich ist die Sommerpause arbeitsam, da geht es um Transfers und darum, die Mannschaft zu verstärken. Aber es ist auch wichtig, sportlich und wirtschaftlich im langfristigen Denken zu bleiben.»
Prömel kommt aus Hoffenheim
Einen ersten Schritt machte der VfB bereits zwei Tage nach dem Finale: Der Club bestätigte den ablösefreien Wechsel von Mittelfeldspieler Grischa Prömel von der TSG Hoffenheim. Er unterschrieb einen Vertrag bis 30. Juni 2029.

Spannung verspricht die Torhüter-Debatte. Der bisherige Stammkeeper Alexander Nübel, dessen Leihe endet, wurde mit Sprechchören von den Fans und warmen Worten von Trainer Hoeneß verabschiedet. Zuletzt hatte vieles darauf hingedeutet, dass der schwäbische Fußball-Bundesligist den 20-jährigen Dennis Seimen im Sommer vom SC Paderborn zurückholen und befördern könnte.
Vollends festgelegt scheint sich der VfB auf diese Lösung aber noch nicht zu haben - auch eine weitere Zusammenarbeit mit Nübel ist offenbar möglich. Diese hängt jedoch auch von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab, erklärte Wohlgemuth. «Wir werden jetzt erst mal alle Dinge zusammensetzen und alle Einflussfaktoren auf die neue Saison bewerten.» Sollte Nübel nach drei Spielzeiten doch noch fest zum VfB wechseln, müsste er wohl deutliche Gehaltseinbußen in Kauf nehmen.
Wehrle will sich mit Hoeneß zusammensetzen
Bleibt noch Hoeneß selbst, dessen Arbeitspapier bis 2028 gültig ist. Geht es nach Wehrle, soll eine Verlängerung der Zusammenarbeit schnellstmöglich vereinbart werden. Vor dem Finale erklärte er: «Ich gehe davon aus, dass wir uns Anfang des nächsten Jahres zusammensetzen und dann weiter verlängern. Er weiß ja ganz genau, dass er hier ein Team hat, mit dem er was aufbauen kann.»
Die Entwicklung trägt ihren Teil dazu bei, die Perspektive stimmt ebenso. Und auch wenn der letzte Eindruck im Berliner Olympiastadion schmerzhaft war - umso wichtiger wird sein, wie der erste der neuen Saison ausfällt.
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