Stuttgart. Nach einem sehr sonnigen Sommer haben die Winzer im Südwesten eine hervorragende Traubenqualität in die Weinkeller bekommen. Die große Hitze und Trockenheit sorge aber auch für drastische Ernteeinbußen, teilte der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband (BWGV) bei seiner Pressekonferenz zum Weinherbst mit.
«Wir dürfen uns auf einen außergewöhnlichen Weinjahrgang freuen. Die Trauben sind kerngesund, die Mostgewichte überdurchschnittlich und die Aromen hochkonzentriert», sagte der Präsident des Verbands, Ulrich Theileis. 2026 habe das Potenzial, ein besonders guter Weinjahrgang zu werden.
Knapp ein Drittel weniger Trauben in Württemberg
Nach ersten Schätzungen liege die Erntemenge in Württemberg allerdings rund 30 Prozent unter dem Vorjahr, in Baden werde mit einem Rückgang von etwa 15 Prozent gerechnet, teilte der Verband mit. Grund seien die anhaltende Trockenheit und Temperaturen von teils über 40 Grad im Sommer, die das Beerenwachstum deutlich gebremst hätten. Die Weinlese habe deshalb ungewöhnlich früh begonnen, in einzelnen Betrieben bereits um den 18. August.
Zusätzlich zur Trockenheit habe es im Sommer Hagelschäden gegeben, unter anderem am Kaiserstuhl und im Landkreis Ludwigsburg, wo einige Winzer innerhalb von rund zehn Minuten einen Großteil ihrer Ernte verloren hätten.
Verband: Tiefste Weinwirtschaftskrise
Die kleine Ernte treffe die Branche in einer ohnehin schon schwierigen wirtschaftlichen Lage, so Verbandspräsident Theileis: «Die deutsche Weinwirtschaft befindet sich in ihrer tiefsten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg.» Sinkender Konsum, hohe Produktionskosten und Preisdruck setzten die Betriebe unter Druck. Allein 2025 seien rund 700 Hektar weniger Rebfläche durch Genossenschaftswinzer bewirtschaftet worden als im Jahr zuvor.
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