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„Der Schüler steht im Zentrum“

Nachdem die Stelle zuletzt ein halbes Jahr unbesetzt war, hat die Erich-Bracher Schule wieder einen neuen Leiter: Seit vergangener Woche ist Oliver Schmider federführend für das 90-köpfige Lehrerkollegium und die rund 1800 Schüler der kaufmännischen Schule verantwortlich.

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Ludwigsburg. Schon seit 2001 lehrt Schmider an der Erich-Bracher-Schule. Seit sieben Jahren ist er parallel für das Regierungspräsidium (RP) Stuttgart als Fachberater in der Schulaufsicht tätig. In dieser Funktion beaufsichtigte er öffentliche und private Schulen, beurteilte Lehrer und erhielt Einblicke in die Schulverwaltung.

An seiner neuen Aufgabe als Schulleiter hätten ihn die Gestaltungsmöglichkeiten gereizt. Einen Schwerpunkt will er nun darauf legen, das Arbeitsumfeld seiner Kollegen zu verbessern.

Die Erich-Bracher-Schule sei zwar in der glücklichen Lage, an sogenannten Lehrerstützpunkten fast allen Lehrern einen Arbeitsplatz mit Schreibtisch, PC und Drucker zur Verfügung stellen zu können. Dennoch sieht Schmider bei der digitalen Ausstattung und der Gesundheitsvorsorge Luft nach oben, etwa durch Lautsprechersysteme oder höhenverstellbare Tische in den Klassenzimmern. „Ein gutes Arbeitsumfeld ist entscheidend für den Unterrichtserfolg“, betonte Schmider gestern bei einem Pressegespräch in seinem Haus.

Der 46-Jährige will in seiner neuen Funktion keine pädagogische Revolution einläuten, sondern das bestehende Konzept behutsam weiterentwickeln. Dabei vertraut er auf Rückmeldungen aus dem Kollegium. „Ein Schulleiter ist gut beraten, wenn er aufnimmt, was die Kollegen für gut befinden.“

Jüngst habe die Erich-Bracher-Schule eine Zielvereinbarung am RP unterzeichnet. Schmider nennt exemplarisch drei Schwerpunkte für die künftige Schulentwicklung: „Der Unterricht soll gemeinschaftlich entwickelt und erprobt, die Ergebnisse allen Lehrkräften auf einer digitalen Unterrichtsplattform zur Verfügung gestellt werden. Das ist insbesondere für neue Kollegen wichtig.“

Im Kolleg Wirtschaftsinformatik wurden zwei Laptopklassen initiiert, in denen mit digitalen Unterrichtsinhalten experimentiert wird. Schrittweise sollen nun Tablets angeschafft, das WLAN flächendeckend ausgebaut werden. „Das kostet Geld“, weiß auch Schmider, ist aber zuversichtlich, dass der Landkreis Ludwigsburg als Schulträger dieses Vorhaben unterstützt. „Schließlich hat sich der Landkreis den digitalen Ausbau der beruflichen Schulen auf die Agenda gesetzt.“

Zudem soll die Kooperation mit Real- und Werkrealschulen intensiviert werden, um den Übergang der Schüler auf die kaufmännische Schule reibungsloser zu gestalten.

Trotz des Vorantreibens der Digitalisierung: „Der Schüler steht im Zentrum“, betont Schmider. „Alle Aktivitäten müssen auf die Zielgruppe zugeschnitten sein.“

Info: Bei einem Tag der offenen Tür an der Erich-Bracher-Schule, John-F.-Kennedy-Allee 6, können sich Besucher am Samstag, 3. Februar, von 9.30 bis 12.30 Uhr umfassend über die kaufmännische Schule informieren. Bei der Veranstaltung wird auch das zentrale Anmeldeverfahren für Bewerber des Wirtschaftsgymnasiums und der Berufskollegs erläutert.