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Gemeinde denkt über einen neuen Kindergarten nach

Das Neubaugebiet Hälde wird Hemmingen rund zehn Prozent Neubürger bringen, darunter jede Menge Kinder, was die Einrichtung von zusätzlichen Kindergarten- und Krippengruppen nötig macht. Der Gemeinderat denkt jetzt über den Bau einer weiteren Kita nach.

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Erschließungsarbeiten für das Neubaugebiet Hälde: Bis 2017 sollen hier rund 800 Einwohner eine Heimat finden. Im November ist Baubeginn für die ersten Häuser.Archivfoto: Karin Rebstock

Ludwigsburg. Im November sollen die Häuslesbauer im Hemminger Neubaugebiet Hälde loslegen können. Damit erwartet die Gemeinde erstmals seit ihrem starken Wachstum in der 1970er Jahren wieder einen größeren Schwung Neubürger mit Kindern. Um in Sachen Kinderbetreuung gerüstet zu sein, hat die Gemeinde ein Gutachten in Auftrag gegeben, das am Dienstagabend im Gemeinderat vorgestellt worden ist. Nach Prognosen des Experten Johannes Feifel muss Hemmingen bis Ende Juni 2017 mit knapp 800 Einwohnern auf der Hälde rechnen. Das entspreche einem Zuwachs von zehn Prozent“, so Feifel. „Davon sind rund 191 Kinder unter 14 Jahren, von denen etwa 153 Kinder von Zuzüglern sind.“ Bis zum Jahr 2020 werde die Kinderzahl weiter auf gut 207 steigen. Die Konsequenz: Hemmingen hat in den Spitzenjahren 2017 und 2018 einen Bedarf von drei Kindergarten- und einer Krippengruppe. „Die Botschaft ist, dass es mit der Besiedlung der Hälde eine Welle gibt, die allerdings bis 2025 abebbt“, fasste der Gutachter zusammen.

Da die Kinder nicht mehr als 500 Meter laufen sollen, ist das Neubaugebiet laut Feifel durch die bisherigen vier Einrichtungen in der Gemeinde nicht abgedeckt. Im Raum stehen jetzt drei Lösungen: Der Bau einer dauerhaften Kindertagesstätte auf der Hälde, ein neues zentrales Kinderhaus an der Laurentiusstraße oder als Übergang ein temporärer Neubau auf der Hälde. Feifel rät zu Variante drei: „Sie ist am flexibelsten und hält die Option für ein zentrales Kinderhaus offen.“

Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Wolfgang Gerlach, sah in dem Übergangsszenario ebenfalls Vorteile: Wenn der Bedarf vor Ort gedeckt würde, ergebe sich kein Hol- und Bringverkehr von der Hälde zu den bisherigen Kindergärten der Gemeinde. Wie Bürgermeister Thomas Schäfer sah er es zudem als wichtig an, sich die Option eines neuen Kinderhauses in der Laurentiusstraße offen zu halten. Dieses könnte zum einen die Kita Schlosspark in dem rund 40 Jahre alten, sanierungsbedürftigen Gebäude des ehemaligen Kindergartens Hirschstraße Schritt für Schritt ablösen. Zudem ergebe sich dadurch die Möglichkeit, das benachbarte Kleeblattheim am Schlosspark erweitern zu können.

Wilfried Gentner (CDU) hingegen befürchtete, dass die Hälde durch eine eigene Kindertagesstätte noch mehr „ein Ort für sich“ werden könnte, was sie bereits durch ihre Lage sei. „Das fände ich bedauerlich“, sagte er. Daher plädierte Gentner für eine zentrale Lösung. Hierfür sei allerdings eine weitere Betrachtung der demografischen Entwicklung Hemmingens nötig. Denn in älteren Wohngebieten, wie etwa dem Schauchert, gebe es derzeit einen Generationswechsel. Mit einer zentralen Kita, beispielsweise am Bahnhof, könnte den voraussichtlich dort ebenfalls steigenden Kinderzahlen Rechnung getragen werden.

„In der Findungsphase“ ist die SPD, wie Elke Kogler sagte. „Wir müssen noch die Vor- und Nachteile bewerten.“ Hauptsache die Betreuungssituation werde „ganzheitlich“ betrachtet und dabei auch die Kita Schlosspark und das Kleeblattpflegeheim im Blick behalten. Die Zeit drängt jedoch – oder wie es der Ortsbaumeister Josef Lang formulierte: „Wir brauchen zum Bauen mindestens so lange wie sie zum Diskutieren.“ Deswegen sei ein rasches Voranschreiten „wünschenswert“.