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Kim-Manz-Duo im Schloss: Vom Wohllaut umströmt

Ludwigsburg. „Wer eine Geschichte zu erzählen hat, ist ebenso wenig einsam wie der, der einer Geschichte zuhört. Und solange es noch irgendjemanden gibt, der Geschichten hören will, hat es Sinn, so zu leben, dass man eine zu erzählen hat“, zitiert Rudolf Guckelsberger aus dem Roman „Selim oder die Gabe der Rede“ von Sten Nadolny. Die wundervollen Geschichten, die drei Künstler der Haake-Stiftung in Wort und Musik zu erzählen wussten, trafen im Schlosstheater auf offene Ohren. Mit „Sensationell – Vom Zauber der Worte und Töne“ entführten der bekannte Stuttgarter Rezitator und SWR-Sprecher Rudolf Guckelsberger im Wechsel mit Pianistin Goun Kim und Cellist Dominik Manz ihre Gäste in eine Zeitreise durch Täler und Höhen der Klänge.

Ludwigsburg. Zu Johannes Brahms, Claude Debussy und dem 1970 in Ankara geborenen Pianisten und Komponisten Fazil Say intonierte Guckelsberger klingende Texte und Reflexionen über die menschliche Stimme, die Kunst der Rede, die Bedeutung von Worten hin zum Traum von einer liebenden Welt, wie sie sich Johannes Elias Alder in „Schlafes Bruder“ von Robert Schneider erträumt – berühmt nicht nur als Bestseller, sondern auch durch das Zitat aus einer Kantate von Johann Sebastian Bach (Komm, oh Tod, Du Schlafes Bruder).

Mit einem jubilierenden Allegretto, dem „Canción“ und 3. Satz aus der „Suite populaire espagnole“ des Spaniers Manuel de Falla setzten Kim (Klavier) und Manz (Cello) das thematische Ausrufezeichen. Der ganze Abend vibrierte überwiegend voll freudiger Stimmung in Dur. „Am Klavier sitzend, fing er an, wunderbare Regionen zu enthüllen. Wir wurden in immer zauberischere Kreise hineingezogen“, lässt Guckelsberger Robert Schumann den Lobgesang auf den jungen Johannes Brahms anstimmen. Dessen Sonate F-Dur (op. 99) und das Allegro vivace des ersten Satzes interpretierten die Koreanerin Kim und der junge deutsche Philharmoniker Manz ebenso lustvoll und freudig, wie der Komponist, Pianist und Dirigent seine glücklichen Sommermonate in der Schweiz als süß wohlige bis lebhafte Kammermusik niedergeschrieben hatte.

Eine hinreißende, bisweilen draufgängerische und grandiose Hommage an die Kunst von zwei brillanten Musikern, deren musikalischen Zauber Guckelsberger mit stimmigem Wohlklang der Worte zu entfachen wusste.