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Nachhaltiges Wirtschaften bei Schulprojekt gelernt

Landesumweltminister Franz Untersteller (Grüne) hat die Juniorfirma der Erich-Bracher-Schule ausgezeichnet. Die beteiligten Schüler haben sich als Umweltprofis profiliert.

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Bei der Übergabe der Urkunden in Stuttgart: Umweltminister Franz Untersteller (vorne im Bild) freut sich mit zahlreichen Schülern – darunter auch 20 von der Erich-Bracher-Schule – über den Erfolg des Projekts „Umweltprofis von morgen“, Foto: privat

Ludwigsburg. EBS-Starters nennen sich die 20 Schüler des Wirtschaftsgymnasiums an der Erich-Bracher-Schule in Pattonville, die eine Juniorfirma gegründet haben. Für ihre Teilnahme am Projekt „Umweltprofis von morgen“ sind die Jugendlichen von Landesumweltminister Franz Untersteller jetzt ausgezeichnet worden. Hier ging es darum, nachhaltige Produkte und Projekte zu entwickeln. Das Projekt Umweltprofis gibt es seit dem Jahr 2008, Träger ist Unternehmensgrün, der Bundesverband der grünen Wirtschaft.

Anfang des Schuljahres wurde die Juniorfirma gegründet, die nach den Sommerferien von einem Teil der Schüler weiter geleitet wird. In vier Schulstunden pro Woche haben die Schüler des Seminarkursus kreative Ideen entwickelt. „In fünf Gruppen aufgeteilt, haben die 20 Schüler verschiedene Konzepte erarbeitet“, erzählt Alexandra Schramm, Lehrerin für Betriebswirtschaftslehre (BWL), die gemeinsam mit ihrem Kollegen Tobias Kaltenmark die Juniorfirma betreut.

Gesucht wurde nach Produkten, die nachhaltig sind und an der Erich-Bracher-Schule verkauft werden können. Um die Ideen umsetzen zu können, wurde an der Schule ein Verein gegründet, der für das nötige Budget sorgt.

Mit fachlichem Wissen wurden die Schüler von Unternehmensgrün unterstützt: Experten waren in die Schule gekommen und hatten mit den Schülern Workshops veranstaltet. Eine Jury aus Lehrern, der Schulleitung sowie Mitgliedern der als Verein gegründeten EBS-Starters entschieden über die Auswahl der Produkte. Mit dabei war auch Heidi Heinzmann-Neumann von der Volksbank Ludwigsburg als einer von vier Partnern des Wirtschaftsgymnasiums. Das Geldinstitut unterstützte die Juniorfirma bei der Umsetzung des Projektes.

Das Rennen machte schließlich der Schuljahresplaner, der auf umweltfreundlichem Papier gedruckt und in der Therapeutischen Werkstatt der Diakonischen Einrichtung Karlshöhe gefertigt werden soll. Er enthält unter anderem einen QR-Code, der auf eine Homepage mit Lerntutorials verweist. Das Layout haben die Schüler entworfen. Eine Geschenkbox, die individuell mit nachhaltigen Produkten gefüllt werden kann, wurde als zweite nachhaltige Idee ausgewählt. Auch dieser Pappkarton soll ebenso wie andere Papierprodukte wie zum Beispiel Karten auf der Karlshöhe gefertigt werden.

Bisher sind nur Prototypen hergestellt worden, das soll sich aber ändern. Rund 300 Bestellungen liegen bereits für den Schulplaner vor, der pünktlich zum neuen Schuljahr vorliegen soll.

Die Geschenkbox soll weiter entwickelt und außerdem nach weiteren nachhaltigen Ideen gesucht werden. So soll die Homepage mit den Lerntutorials mit neuen Inhalten gespeist werden. Mit Kreativität in Sachen Nachhaltigkeit allein war es nicht getan: Die Aufgabe der Schüler bestand darin, einen Businessplan für das jeweilige Produkt zu erstellen. Schließlich müssen Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit kein Widerspruch sein.

Was die Schüler des Wirtschaftsgymnasiums gelernt haben? „Der Seminarkurs war eine neue Erfahrung, weil man dort das praktisch umsetzen konnte, was man im Unterricht lernt“, sagte Tijda Feride Özdemir. Dazu gehörte es auch, Gespräche mit Unternehmen zu führen. Dass die Schüler eigene Ideen umsetzen konnten, hat Marc Seewald gut gefallen. „Wenn man nichts macht, passiert auch nichts“, hat er festgestellt, dass man als Mitarbeiter einer Juniorfirma immer am Ball bleiben muss, um Produkte zu entwickeln.

„Die Schüler haben gelernt, dass sie ihre Zeit gut strukturieren müssen, wenn sie ihr Ziel erreichen wollen“, hat Alexandra Schramm festgestellt. Für die Lehrerin steht fest, dass nach diesem Erfolg der Juniorfirma EBS-Starters dieses Kapitel noch nicht beendet ist: „Wir wollen uns auch in Zukunft mit nachhaltiger Wirtschaftlichkeit beschäftigen.“ Und das liegt nicht nur daran, dass die Juniorfirma nach den Sommerferien weiter bestehen wird.