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Wertstoffverwertung

Abfallentsorgung im Kreis: Gelb und blau statt flach und rund

Formal müssen AVL-Aufsichtsrat und Kreistag noch zustimmen, doch politisch ist die Sache in trockenen Tüchern: Alle Kreistagsfraktionen stimmten gestern im federführenden Ausschuss für Umwelt und Technik für das Ende des bisherigen Wertstoffsammelsystems mit den grünen Tonnen flach und rund. Stattdessen kommen 2022 die gelbe Tonne und die blaue Box.

Halten künftig auch im Kreis Einzug: Die gelbe Tonne für Leichtverpackungen wie Folien und Styropor sowie die blaue Box nur für Glas ersetzen nächstes Jahr die grüne Tonne rund. In die grüne Tonne flach gehören dann nur noch Papier, Pappe und Kartons
Halten künftig auch im Kreis Einzug: Die gelbe Tonne für Leichtverpackungen wie Folien und Styropor sowie die blaue Box nur für Glas ersetzen nächstes Jahr die grüne Tonne rund. In die grüne Tonne flach gehören dann nur noch Papier, Pappe und Kartons. Foto: Peter Endig dpa

Kreis Ludwigsburg. Flach und rund – 1992 eingeführt, war das zum Jahresende auslaufende Sammelsystem für recycelbare Wertstoffe seither ein Ludwigsburger Sonderweg, den so nur der benachbarte Enzkreis mitging. Jetzt machen ihm das 2019 in Kraft getretene Verpackungsgesetz, das die Recyclingquoten verschärft hat, und die sogenannten Dualen Systeme, in denen einschlägigen Branchen ihre Verpflichtungen zur Verwertung von Verpackungen bündeln, ein Ende. Im nächsten Jahr halten dann die in der Abfallwirtschaft anderer Regionen längst üblichen Farben gelb und blau auch im Kreis ihren Einzug. Die grüne Tonne flach wird dann nur noch Papier, Pappen und Kartonagen vorbehalten sein, die grüne Tonne rund verschwindet ganz. Sogenannte Leichtverpackungen – von der Alufolie über die Dose bis zum Plastikbecher – wandern dann in die neue gelbe Tonne, Altglas (und nur dieses) kommt in eine blaue Box.

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Neues Mülltonnensystem

Der Kreis Ludwigsburg plant das bisherige Mülltonnensystem „flach“ und „rund“ zu erneuern. Es soll eine Glasbox, eine gelbe Tonne für die Leichtverpackungen und eine reine Papierbox geben. Was halten Sie von den neuen Mülltonnen-Plänen im Kreis Ludwigsburg?

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Das neue Wertstoffsammelsystem ist das Ergebnis von Verhandlungen zwischen dem Landkreis und seiner Entsorgungs-GmbH AVL hie sowie den Dualen Systemen da. AVL-Geschäftsführer Tilman Hepperle nannte das Ergebnis im Ausschuss gestern einen bürgernahen und kundenfreundlichen Kompromiss. Denn außer der Farbe der Tonnen wird sich für die Kreisbevölkerung wenig ändern: Die Wertstofftonnen werden wie bisher von der Müllabfuhr im Auftrag der Dualen Systeme einmal monatlich vor der Haustür geleert, der Gang zum Glascontainer bleibt den Leuten also ebenso erspart wie eine Flut gelber Säcke. Außerdem können sowohl Privathaushalte als auch Hausgemeinschaften weiter selbst bestimmen, welche und wie viele Wertstoffbehälter für sie richtig sind: Reicht die blaue 36-Liter-Box oder sollen es zwei oder gleich ein Rollcontainer sein? Wie viele gelbe Tonnen oder Container sind nötig? Darüber werden auch künftig nicht die Dualen Systeme, sondern die Kunden entscheiden, ohne dass ihnen dadurch Kosten entstehen.

Die Dualen Systeme wollen durch das neue Sammelsystem eine höhere Sortenreinheit der zu verwertenden Altstoffe und damit bessere Recyclingquoten erreichen. Davon wird beim Altpapier auch der Landkreis profitieren: Seine Sortierkosten sinken – und er hofft auf bessere Erlöse. Von beidem würden am Ende die Müllgebührenzahler profitieren. Außerdem verspricht sich der Landkreis von der Neuregelung rechtssichere Ausschreibungen und ein Ende kartellrechtlicher Bedenken, die gegen das bisherige Sammelsystem laut geworden waren.

Die Zustimmung im zuständigen Fachausschuss war denn auch einhellig: Sprecher aller Fraktionen lobten die Neuregelung als bürgerfreundliche Lösung, durch die das Entsorgen von Wertstoffen sogar verständlicher und damit letztlich auch effektiver werde als bei flach und rund. Allerdings werden fraktionsübergreifend auch Probleme beim Tausch der Tonnen erwartet – in einer Übergangsphase werden neue und alte Tonnen gleichzeitig in Höfen und vor Garagen stehen müssen. Für das neue Sammelsystem soll eine breite Infokampagne gefahren werden.

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