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Technisches Denkmal

Altes Mühlrad bekommt neuen Platz

Ein Autokran ist wieder im Enzpark im Einsatz gewesen: Das historische Wasserrad, das vor der Ernst’schen Mühle stand, hat eine neue Heimat gefunden – in Vaihingen.

... und dann wieder auf den Boden: Das Mühlrad wird für den Abtransport vorbereitet. Fotos: privat/Alfred Drossel
... und dann wieder auf den Boden: Das Mühlrad wird für den Abtransport vorbereitet. Foto: privat/Alfred Drossel
Erst geht es in die Luft ...
Erst geht es in die Luft ...

Besigheim. Die zwei Arbeiter legen die Stahlketten um das 4,80 Meter große Rad. Der Kranführer hebt den Koloss vorsichtig von der Mühle über die Ausläufe des im Bau befindlichen Mühlenstegs und legt ihn auf der anderen Seite im Schotter ab. Dort liegen bereits Kammrad und weitere Teile des mehr als 150 Jahre alten Konstrukts. Das Wasserrad wird teils auseinandergebaut und transportfähig gemacht, dann steht der Abtransport nach Vaihingen an. Dort wird es im Restaurant „Seemühle“ künftig als dekorativer Blickfang dienen.

„Ich bin froh, dass diese Lösung gefunden wurde“, sagt Stadtbaumeister Andreas Janssen, als er den Kraneinsatz verfolgt. Denn wegen der Umgestaltung des Enzparks und der Andienung an die Ernst’sche Mühle war klar, dass das Mühlrad entfernt werden muss. Vor zehn Jahren haben Mitglieder des Agenda-Arbeitskreises Mobilität, Energie und Klima das mächtige Rad nach Besigheim geholt. Hansjörg Kollar hatte es zuvor bei einem Spaziergang am Strudelbach in Enzweihingen entdeckt. Seitdem zog das technische Denkmal am Besigheimer Enzufer die Blicke auf sich. Aktiv im Einsatz war es nicht mehr. Der Zahn der Zeit hat offensichtlich an dem Rad genagt. Dennoch hatte die Stadt einen Gutachter beauftragt, der prüfen sollte, ob sich das Mühlrad wieder herstellen lässt. Sein Fazit: „Das wäre unwirtschaftlich gewesen“, sagt Janssen. Die vielen Einzelteile hätten verkehrssicher und funktionsfähig gemacht werden müssen. Es wären also zwei Möglichkeiten geblieben: verschrotten oder einen Liebhaber finden. Und der wurde gefunden – genauer gesagt: die gemeinnützige Heidehof Stiftung, die sich für die Behindertenförderung engagiert. Ein Träger sind die Dreisamwerke, die die „Seemühle“ betreiben. Oberstes Ziel dieses Integrationsunternehmens ist die Schaffung von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen für schwerbehinderte Menschen.

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