Bietigheim-Bissingen. Seit der Eröffnung im Februar 2023 hat sich Karlas Wohnzimmer in der Freiberger Straße 51 in Bietigheim zu einer wichtigen Anlaufstelle für Menschen in schwierigen Lebenssituationen entwickelt, heißt es in einer Mitteilung der Karlshöhe Ludwigsburg. Die Räume, die zuvor von der Tafel genutzt wurden, bieten seitdem niedrigschwellige Beratung in sämtlichen Lebenslagen. Aufgrund auslaufender Fördermittel,wird
Karlas Wonzimmer Ende September schließen.
Großer Andrang in der Freiberger Straße
Seit der Eröffnung wurden in Karlas Wohnzimmer insgesamt 2.306 Beratungsgespräche geführt. Häufig nehmen mehrere Personen gemeinsam die Hilfe in Anspruch – von jungen Familien mit mehreren Kindern bis zu Senioren. Der Andrang ist groß, nicht selten warten Menschen bereits vor Öffnung vor der Tür, um Unterstützung zu erhalten. An besonders stark frequentierten Tagen mussten Ratsuchende auf den nächsten Öffnungstag vertröstet werden.
Gemeinsam werden auch Anträge ausgefüllt
Die Anliegen der Besucher sind sehr vielseitig. Ein großer Teil der Menschen sucht aufgrund finanzieller Not Hilfe. Gemeinsam werden Anträge auf Bürgergeld, Grundsicherung, Wohngeld oder Rente ausgefüllt. Die Beratung findet dabei nicht ausschließlich auf Deutsch statt: Die Mitarbeiter sprechen unter anderem Arabisch, Französisch, Englisch und Italienisch. Wenn erforderlich, kommen zusätzlich technische Übersetzungshilfen zum Einsatz. Obwohl es in Bietigheim-Bissingen auf den ersten Blick vielfältige Unterstützungsangebote gibt, fällt es vielen Menschen schwer, die passende Hilfe zu finden. Bereits die Vereinbarung eines Termins kann zur Hürde werden – etwa aufgrund von Sprachbarrieren, fehlender technischer Ausstattung, mangelnder Medienkompetenz oder aus Scham über die eigene Erkrankung oder Lebenssituation. Karlas Wohnzimmer schloss genau diese Versorgungslücke durch ein unkompliziertes und offenes Beratungsangebot, so die Karlshöhe.
Schließung Ende September
Aufgrund auslaufender Förderungen wird Karlas Wohnzimmer Ende September seine Türen schließen müssen. Künftig werden insbesondere das städtische Familienbüro sowie Angebote des Kreisdiakonieverbands und der Caritas einen Teil der wegfallenden Unterstützung auffangen müssen, heißt es in der Mitteilung abschließend.
