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Jubiläum

Berufsorientierung steht im Fokus

Es war ein Festakt fast auf der Baustelle. Die Erich-Bracher-Schule feierte 25-jähriges Bestehen, während der Erweiterungsbau der Vollendung entgegenstrebt. Zahlreiche Gäste besichtigten die Schule.

Schulleiter Oliver Schmider begrüßt die zahlreichen Jubiläumsgäste der Bracherschule. Foto: Andreas Becker
Schulleiter Oliver Schmider begrüßt die zahlreichen Jubiläumsgäste der Bracherschule. Foto: Andreas Becker

Pattonville. Vor 25 Jahren, 1996, wurde die „Kaufmännische Schule Kornwestheim-Pattonville“ gegründet. Nach grundlegender Sanierung durch den Landkreis wurde die ehemalige US-Highschool bezogen. Der Betrieb startete mit 1500 Schülerinnen und Schülern in 70 Klassen. Es wurde ein Name für die neue Einrichtung gesucht und gefunden: Erich Bracher. Er war unter anderem Vorsitzender der Geschäftsführung bei Mann und Hummel und Vorstand der Wüstenrot-Stiftung. Im Alter von 92 Jahren verstarb Dr. Bracher 2017.

„Wir haben Herrn Bracher viel zu verdanken“, sagt Schulleiter Oliver Schmider. Den Namen, finanzielle Unterstützung, vor allem aber dessen Haltung und seine Ansichten von „unterstützen und fordern“. Rund 1800 Schülerinnen und Schüler machten hier ihren Abschluss. 225 Kollegen arbeiteten in den 25 Jahren an der EBS. Es habe wenig Fluktuation gegeben. Aktuell besuchen die EBS 1800 Jungen und Mädchen und werden von rund 90 Lehrkräften unterrichtet.

Die Bildungsgänge haben sich im Lauf der Zeit geändert. Heute ist die EBS Berufsschule und Wirtschaftsgymnasium, junge Menschen können die Fachhochschulreife oder den Hauptschulabschluss machen, es wird Deutsch gelehrt. Auch in der Digitalisierung hat sich viel getan. Früher habe es 100 Computer gegeben, heute seien es 700.

„Wir nehmen die Schüler ernst und arbeiten mit ihnen auf Augenhöhe“, betont Schmider. Die Berufsorientierung stehe an der EBS im Vordergrund, auf diesem Weg würden die Jugendlichen begleitet. Die Schüler wüssten das zu schätzen. Viele Betriebe kooperierten eng mit der EBS bei der Besetzung der Ausbildungsstellen. Und: „Unsere Absolventen sind gefragt.“

„Berufliche Bildung hat im Landkreis Ludwigsburg einen hohen Stellenwert“, betonte Landrat Dietmar Allgaier. Neben der finanziellen Ausstattung sei aber das Bildungsangebot, die pädagogische Vielfalt, die Bandbreite an Ausbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten noch wichtiger.

Mit dem Erweiterungsbau werde die Schule zukunftsfähig ausgerichtet. Die neuen Klassenzimmer entsprächen nun wieder den aktuellen Schulbaurichtlinien, es werde eine inklusive Beschulung ermöglicht, und durch das Bauen mit Recyclingbeton und integrierten Lüftungslamellen in der Fassade sowie einer PV-Anlage werde Nachhaltigkeit schon im Bau gelebt. „Dieser Erweiterungsbau zeigt auch, wie beliebt die EBS ist, denn die Schülerzahlen steigen kontinuierlich“, so Allgaier.

In den vergangenen 25 Jahren habe sich an der Schule vieles entwickelt, so Allgaier weiter. In der jüngeren Vergangenheit wurde 2012 das Wirtschaftsgymnasium neu eingeführt, 2015 das Vorqualifizierungsjahr Arbeit und Beruf mit dem Schwerpunkt deutsche Sprache. Auch die Duale Ausbildungsvorbereitung für Schüler, die den Hauptschulabschluss verbessern oder nachholen möchten, wird an dieser Schule angeboten, und Tablet-Klassen gab es an der Erich-Bracher-Schule schon vor Corona. Die Erich-Bracher-Schule sei innovativ und biete Kurse außerhalb des schulischen Programms an. Hervorzuheben sei das Berufskolleg „Übungsfirma“. Hier könne im Schulalltag Unternehmensluft geschnuppert und Verantwortung übernommen werden. „Praxisnäher geht es nicht.“ „Es gibt zwischen der Erich-Bracher-Schule und der Wüstenrot & Württembergische-Gruppe seit vielen Jahren gute und enge Verbindungen“, so Vorstandsvorsitzender Jürgen A. Junker. Die meisten Bankkaufleute, die in Ausbildung seien, seien an der Erich-Bracher-Schule. Oder sie absolvierten Praktika in der Firmengruppe über die Bildungspartnerschaft – „fast immer zu unserer uneingeschränkten Freude“. Zudem würden Spezialisten Vorträge in Pattonville halten und so ein Stück Praxis vermitteln. „Es ist also ein vielfältiges Geben und Nehmen, das uns verbindet.“ Die EBS sei eine ausgezeichnete Schule, die den Schülern Chancen durch gute Ausbildung biete, die im weiteren Leben Türen öffnen, sich selbst zu verwirklichen. An die Schüler gerichtet sagte Junker: „Sie haben die Pflicht, die Dinge besser zu machen als wir, als meine Generation oder die davor.“

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