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Das Winzerfest in diesem Jahr wackelt

Wie umgehen mit einer Großveranstaltung in Zeiten der Pandemie? – Gemeinderat beschäftigt sich nächste Woche mit dem Thema

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Besigheim. Am kommenden Dienstag wird sich entscheiden, ob das Besigheimer Winzerfest in diesem Jahr stattfinden wird. Denn dann soll der Gemeinderat darüber beschließen, ob am dritten Septemberwochenende turnusmäßig auf den Gassen und in den Kellern gefeiert wird.

Bereits Anfang des Jahres diskutierte der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats über das Fest der Feste. Schon damals zeigte sich, dass sich die meisten Stadträte nicht vorstellen können, so eine Großveranstaltung auszurichten. Vor allem, weil kaum abzusehen ist, wie sich die Pandemie in den kommenden Monaten entwickelt – und wie es mit den Impfungen vorangeht. Zwar wurde im Januar das Festmotto („50 Jahre Eingliederung von Ottmarsheim nach Besigheim“) abgesegnet und auch Stand- und Korkengeld sowie Sperrzeiten festgelegt. Doch all das geschah unter dem Vorsatz, dass erst im April entschieden wird, ob das Winzerfest überhaupt stattfinden soll.

Zwischenzeitlich hat sich die Stadtverwaltung mit Vertretern von Vereinen, Organisationen und Gastronomie getroffen, um sie nach ihrer Meinung zu fragen. Schließlich ist das Winzerfest gerade durch den Einsatz der vielen Ehrenamtlichen zu so einer beliebten Veranstaltung geworden. Der Tenor: Die große Mehrheit befürwortet eine Absage in diesem Jahr. Vereinzelt sei auch der Vorschlag gekommen, den Zwei-Jahres-Rhythmus ausnahmsweise auszusetzen und 2022 nachzufeiern. Das schloss Bürgermeister Steffen Bühler aber bereits im Januar aus. Und auch aus der Vereinsrunde kam Widerspruch – denn dann käme es zu Kollisionen mit anderen Veranstaltungen. Die Stadtverwaltung schlägt dem Gemeinderat nun vor, das Winzerfest abzusagen.

Wie Bühler unserer Zeitung sagte, solle – die Zustimmung des Gremiums vorausgesetzt – geprüft werden, ob es im Herbst dann eine kleinere Alternativveranstaltung geben könnte; ob vielleicht am Enzplatz, am Marktplatz und am Kelterplatz in überschaubarer Runde an zwei Tagen gefeiert werden könnte. Dann allerdings nicht unter dem Namen Winzerfest. Ein fixer Beschluss, dass die Alternativveranstaltung auf jeden Fall stattfinden soll, wird der Gemeinderat jetzt aber nicht fassen. Denn auch hier muss abgewartet werden, wie sich die Pandemie entwickelt. Und Bühler möchte auch vermeiden, dass dann Menschenmassen in die Stadt strömen und das Festchen außer Kontrolle gerät.

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