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Tiefbau

Ein neues Gesicht für die Gemeinde

Die Zahlen sind beachtlich: Sowohl zeitlich als auch mit der Länge von 1,2 Kilometern war die Generalsanierung der Stuttgarter Straße mit die längste Tiefbaustelle in Schwieberdingens Geschichte. Nach zweijähriger Bauzeit wurde sie am Samstag eingeweiht.

Mit der Schere wird das Band zerschnitten. In der Mitte: Bürgermeister Nico Lauxmann.
Mit der Schere wird das Band zerschnitten. In der Mitte: Bürgermeister Nico Lauxmann.

Schwieberdingen. Das Werk ist nicht nur vollbracht, es ist auch gelungen. Die obersten Planungsziele – Verbesserung der Aufenthaltsqualität und Verkehrsberuhigung – sind erreicht. Die Kreuzung an der Hermann-Essig-Straße wurde durch einen Kreisverkehr mit 30 Meter Durchmesser ersetzt, in dessen Mitte das Motto der Gemeinde prangt: „Traditionell am Puls der Zukunft“. Der Kreisel soll die Autofahrer am Orteingang auf der schnurgeraden Strecke einbremsen.

Dort wurden auch drei Partnerschaftsbäume gepflanzt: einer für das französische Vaux-le-Pénil, einer für das amerikanische Belvidere und einer für das sächsische Großharthau. Delegationen aus allen drei Gemeinden waren nach Schwieberdingen gekommen. An den Spitzen: Bürgermeister Henri de Meyrignac, Brad Peters und Jens Krauße.

Die Bushaltestellen „Seelach“ haben lichte Wartehäuschen und zahlreiche Sitzmöglichkeiten bekommen. Querungshilfen und eine Druckknopfampel erleichtern es Fußgängern, über die Straße zu kommen. Markant sind die sieben Stelen, von denen drei bunt sind. Sie sollen noch mit schallschluckenden Glaselementen als Schutz für die Wohngebiete ergänzt werden. Die komplette Fläche wirkt weitläufig. Die bereits angelegten Beete lassen Blütenpracht im nächsten Frühjahr erwarten. Auf der kompletten Strecke wurden 83 Bäume gepflanzt.

Überflüssige Verkehrsflächen, wie Abbiegespuren, wurden zugunsten von breiteren Gehwegen oder Pflanzflächen zurückgebaut. Die Straße mit einigen Plätzen, unter anderem dem Vaux-le-Pénil-Platz, wirkt jetzt wie eine großzügige Avenue. Lichtinstallationen steigern auch abends die Attraktivität und das Erscheinungsbild Schwieberdingens.

„Das 10,8 Millionen teure Projekt hat uns in den letzten beiden Jahren in Atem gehalten“, sagte Bürgermeister Nico Lauxmann. Er zeigte sich erleichtert, dass die Arbeiten planmäßig, termingerecht und ohne Unfälle über die Bühne gegangen sind. Man verfüge nun über eine komplett neu ausgebaute Straße, Kanalisation und Wasserleitungen inklusive. Und für den Breitbandausbau seien die Leerrohre gleich mitverlegt worden.

Es gibt jetzt Ladestationen für die E-Mobilität, neue Fahrradwege mit Radständern, Gehwege und neue Parkplätze. Die Schwieberdinger Geschichte wird auf Tafeln präsentiert, die Städtepartnerschaften inklusive. „Sie zeigen unsere Wurzeln und weisen in die Zukunft“, so Lauxmann, der betonte, dass dieses Großprojekt ein Gemeinschaftswerk Vieler war. „Das Ergebnis gibt unserer Gemeinde ein neues Gesicht.“ Ein Jahr vorbereitende Planungen seien vor dem Spatenstich am 21. Juli 2017 nötig gewesen, sagte Wieland Rauschmaier vom gleichnamigen Bietigheimer Büro, das auch die Bauleitung übernommen hatte. „Auch für uns war das keine Selbstverständlichkeit.“ In Summe wurden 7500 Tonnen Asphalt entsorgt und 43000 Tonnen Beton und Schottermaterial abgefahren. 3,6 Kilometer Wasserleitungen wurden neu verlegt, 830 Meter Kanäle saniert und 80 Hausanschlüsse neu geschaffen. 11.000 Quadratmeter neue Straßenoberfläche wurden hergestellt und 8000 Quadratmeter Betonpflaster verlegt, dazu 4,7 Kilometer Randeinfassungen.

Rauschmaier zollte den Anwohnern und Selbstständigen Respekt, die Baustelle so lange ertragen zu haben: „Ich hoffe, dass sie die Unannehmlichkeiten bald vergessen und sich künftig in Schwieberdingen noch wohler fühlen.“

Neben dem Schapfenfest feierte die Musikschule das 30-Jährige Bestehen, beim Sporttag der Vereine konnten viele Disziplinen ausprobiert werden. Insgesamt vier Tage lang feierte ganz Schwieberdingen.

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