Sachsenheim. Am 24. Februar 2022 begann der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. Drei Jahre später lädt die Ukraine-Hilfe des Gustav-Adolf-Werkes Württemberg (GAW) nicht nur zu einer Gedenkfeier ein. Drei Jahre Krieg sind für Ulrich Hirsch auch Anlass, eine „Bilanz der Nächstenliebe“ zu ziehen. Der Projektleiter der Hilfstransporte ist nach eigenen Worten „für eine unerwartet große und vielseitige Unterstützung“ sehr dankbar. Das GAW ist das älteste bundesweite evangelische Hilfswerk in Deutschland.
57 Hilfstransporte beladen
In seiner Bilanz stellt der Diakon aus dem Sachsenheimer Teilort Spielberg fest, dass in den drei Jahren insgesamt 57 Hilfstransporte mit 40-Tonnern organisiert, geladen und in das Kriegsland transportiert wurden. Weitere 23 Hilfstransporte gingen im selben Zeitraum in acht andere osteuropäische Länder wie Kroatien, Polen, Slowenien, Slowakei, Rumänien, Ungarn, Tschechien und Georgien.
Überaus erfreut blickt Hirsch auf das engagierte Mitarbeiterteam. Waren es am Anfang nur drei bis vier Helfer, so steht dem ehemaligen GAW-Geschäftsführer heute ein ehrenamtliches Team von über 60 Personen aus der ganzen Region zur Verfügung. Darunter befinden sich auch 13 nach Württemberg geflüchtete Ukrainer, die sehr gerne mit anpacken. Insgesamt haben seit Kriegsbeginn nahezu 900 Mitarbeiter in fast 9400 ehrenamtlichen Arbeitsstunden geholfen, Transporte und Hilfsgüter vorzubereiten, Lastwagen zu beladen und Fahrräder zu sammeln.

Die über 3000 in der ganzen Region, besonders im Raum Vaihingen, Sachsenheim und Bietigheim gesammelten Fahrräder sind laut Hirsch inzwischen in der ganzen Ukraine verteilt. Sie seien wichtig, weil sie vor allem auch dann benutzt werden könnten, wenn bei Sirenenalarm sonst kein Fahrzeug mehr bewegt werden darf.
Von Windeln bis zu Schulmöbeln
Die Hilfsgüter umfassten eine riesige Bandbreite: von Mineralwasser über Windeln bis zu Kühlschränken, Pflegebetten und Fahrzeugen. Neben Sach- und Geldspenden von Privatpersonen wurden unter anderem viele Schulmöbel sowie eine komplette Einrichtung von Werkräumen geladen. Die zuverlässige Verteilung in der Ukraine erfolgte durch den GAW-Partner Pfarrer Péter Szeghljánik. Er wurde und wird unterstützt von Partnerkirchen vor Ort, von Menschen in allen Regionen und Netzwerken, die für eine gerechte Verteilung aller Güter sorgten.
Die Finanzierung der seit Kriegsbeginn aufgelaufenen Kosten in Höhe von über 736.000 Euro übernahmen unterschiedliche Träge. Der geschätzte Wert der gespendeten Waren und Hilfsgüter beläuft sich nach Hirschs Berechnungen auf etwa 2,9 Millionen Euro.
Rückmeldungen in Wort und Bild über die zum Ziel gebrachten Hilfsgüter belegen, dass alle Hilfe angekommen ist. Weitere Transporte stehen auch für die nächsten Wochen und Monate auf der „Hilfsagenda“ von Ulrich Hirsch. So warten in Stuttgarter und Ludwigsburger Schulen zahlreiche Schulmöbel ebenso auf Abholung, wie medizinische Artikel aus verschiedenen Krankenhäusern der Region. Auch nicht mehr benötigte Büromöbel der Landeskirche werden in den nächsten Monaten verladen. (red)


