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Tourismus, Caravan und Stellplätze
Mehr Platz für Wohnmobile in Besigheim

Beliebt, obwohl keine 1-A-Lage: der Wohnmobilstellplatz in Besigheim. Foto: Alfred Drossel
Beliebt, obwohl keine 1-A-Lage: der Wohnmobilstellplatz in Besigheim. Foto: Alfred Drossel
Es wird noch dauern, bis es auf dem Besigheimer Wohnmobilstellplatz Toiletten und Waschräume geben wird. Doch auch wenn ein möglicher Betreiber jetzt abgesprungen ist, soll das Areal am Sportgelände nach und nach erweitert werden – und später auch nach einem möglichen Betreiber gesucht werden.

Besigheim. Die Hoffnungen waren groß, als sich im Sommer vergangenen Jahres ein Unternehmen bei der Besigheimer Stadtverwaltung meldete. Es hatte Interesse, sich um den Wohnmobilstellplatz zu kümmern – und auch einige Ideen, wie die Anlage an der Landesstraße1113 attraktiver werden könnte. Denn der Platz ist zwar gut besucht und auch oft ausgebucht, aber wirklich optimal ist er nicht, wenn dort länger geurlaubt werden soll. So fehlt beispielsweise ein Sanitärgebäude.

Potenzieller Betreiber hat kein Interesse mehr

Um das hätte sich die Firma gekümmert, die Gespräche mit der Stadtverwaltung waren schon recht weit gediehen. Doch letztlich verlief alles im Sande. Wie der stellvertretende Stadtbaumeister Stefan Maier später erklärte, spielte ein Areal auf der anderen Seite der Enz für den Rückzug eine Rolle. Denn das Unternehmen habe Pläne vom Enzpark gesehen, und liebäugelte dann damit, dort einen Wohnmobilstellplatz zu eröffnen. Doch dafür gab es eine Absage, schließlich sehen die Pläne für den nördlichen Enzpark mehr Grün, mehr Natur, mehr Flusserlebnis vor. Da wäre ein Stellplatz für Wohnmobile doch recht unpassend. Letztlich zog der Betreiber sein Interesse für Besigheim generell zurück.

Die Nachfrage ist groß

Die Enttäuschung bei der Verwaltung war groß. Dennoch soll sich auf dem Stellplatz etwas tun. „Wir sehen, dass eine starke Nachfrage besteht“, meinte Maier. Laut Eric Reiter vom 3B-Tourismusteam ist weiterhin ein positiver Trend auszumachen – und das, obwohl die Saison 2021 wegen Corona erst Ende Mai starten konnte. In Besigheim hat es insgesamt 920 Übernachtungen gegeben, in Bietigheim-Bissingen 985 und in Bönnigheim 478. Die Nachfrage war im vergangenen Jahr so groß, dass die Plätze an vielen Tagen komplett ausgebucht waren und sogar Wohnmobilisten an andere Orte verwiesen werden mussten.

Und so sind mittlerweile die Parkplätze für Autos, die zwischen Landesstraße und Wohnmobilstellplatz bisher stehen konnten, weggefallen. Dem hatte der Gemeinderatsausschuss für Umwelt und Technik vor der Sommerpause zugestimmt. Das heißt, auch die vier Parkplätze, die für Gäste der angrenzenden Minigolfanlage waren, sollen dem Wohnmobilstellplatz zugeschlagen werden. Diese ist ohnehin seit geraumer Zeit nicht mehr in Betrieb. So werden insgesamt zwölf weitere Wohnmobilplätze geschaffen, ohne viel Geld investieren zu müssen.

Keine 1-A-Lage

Doch das sollte es noch nicht gewesen sein mit der Erweiterung. Wie Bürgermeister Steffen Bühler sagte, würde die Stadt die Anlage gerne später aufwerten. Mit einer Sanitäranlage sowie dem Ausbau der Strom- und Wasserversorgung. Platz dafür wäre auf dem Minigolfplatz. Doch so eine große Erweiterung sehen einige Stadträte skeptisch. „Mit dem Wegfall der Pkw-Stellplätze wird die Situation etwas besser“, fand Ulrich Gerstetter (Fraktionsbündnis/CDU) zwar, doch: „Der Platz hat nicht die besten Kriterien.“ Er sei einfach zu laut, meinte er mit Blick auf die Landesstraße. Dass es sich hier nicht um eine 1-A-Lage handle, hätte der potenzielle Betreiber bereits gesagt, erwiderte Stefan Maier. Aber die Anlage punkte durch ihre Nähe zur Stadt.

Dass der Betreiber abgesprungen ist, bedauerte Manfred Hiller (Fraktionsbündnis/WIR). Dennoch sei er auf lange Sicht für die ganz große Lösung, das sei insgesamt ein tolles Projekt – „so schade es um den Minigolfplatz ist“. Hansjörg Kollar (BMU) meinte, dass der Weiterbetrieb des Minigolfplatzes eine Aufwertung für das Gelände wäre. Wenn die große Erweiterung gemacht werden solle, müsste ein Betreiber gesucht werden: „Das ist keine städtische Aufgabe.“

Erweiterung in kleinen Schritten

Einen weiteren Interessenten gibt es bislang noch nicht, wie Stefan Maier sagte. Die Stadt sei hier nicht aktiv auf die Suche gegangen. „Aber natürlich: Wenn das Projekt eine gewisse Größe, eine gewisse Komplexität erreicht, sind wir sicher nicht die Richtigen für den Betrieb.“ Bürgermeister Bühler meinte, man könne jetzt ja erst mal schauen, wie die kleine Erweiterung angenommen werde. Und dann bei Bedarf über die große Erweiterung inklusive Minigolfplatz reden und nach einem Betreiber schauen. Bis auf Ulrich Gerstetter waren alle Ausschussmitglieder dafür, am Konzept der großen Erweiterung grundsätzlich festzuhalten. Dies solle aber nach und nach in kleinen Schritten passieren.