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Mitwirken im „Bürger:innenrat“

Walheim. Obwohl die EnBW den juristischen Weg wählt und vom Verwaltungsgerichtshof Mannheim die Veränderungssperre prüfen lassen will, setzt das Unternehmen weiterhin auf einen konstruktiven Dialog. Aus diesem Grund will die EnBW einen „Bürger:innenrat“ initiieren, der in die weiteren Überlegungen eingebunden werden soll. „Wir möchten eine Plattform anbieten, auf der nachvollziehbare Bedenken öffentlich diskutiert werden können“, erklärt EnBW-Projektleiter Andreas Pick.

Das Besondere daran ist, dass die Teilnehmenden zufällig aus der Bevölkerung ausgelost werden. Akademiker sitzen dort neben Handwerkern, Rentnerinnen neben Jugendlichen: Die Ausgelosten werden angerufen, am anstehenden „Bürger:innenrat zum Umgang und Verwertung von Klärschlamm in der Region nördlicher mittlerer Neckar“ mitzuwirken. „Zwischen 17 und 23 Personen aus Walheim, Gemmrigheim, Besigheim, Kirchheim sowie Bietigheim-Bissingen werden es sein, die virtuell über die geplante KVA diskutieren und beraten“, erklärt gestern Frank Ulmer vom gleichnamigen Stuttgarter Kommunikationsbüro, der dieses Forum moderiert. „Es sollen keine Fronten entstehen. Sie sollen bestenfalls überwunden werden.“

Bis Ende des Jahres sollen die Bürgerinnen und Bürger rekrutiert worden sein, bis Anfang März sollen vier Sitzungen stattfinden, deren Empfehlungen würden dann dem Walheimer Gemeinderat zur Beratung vorgelegt. Die Zusammensetzung der Teilnehmenden an den „Bürger:innenräten“ sei dabei deren Stärke, betont Ulmer. Es sei ein informelles Instrument der frühen, nicht-förmlichen Öffentlichkeitsbeteiligung. Untersuchungen hätten gezeigt, dass eine Gruppe unterschiedlicher Bürgerinnen und Bürger zu besseren Lösungen komme als eine Gruppe von einander ähnlichen Menschen. Unterschiedliche Lebens- und Ausbildungswege führten zu unterschiedlichen Perspektiven, die alle in einem Bürgerrat zusammengeführt werden. „Themen werden so aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Experten werden telefonisch zugeschaltet“, erklärt Ulmer. Mindestens 50000 Euro lässt die EnBW es sich kosten, dieses Bürgergremium in die Urteilsfindung mit einzubinden. (bis)

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