Logo

Schloss Freudental

Verkauf ist gescheitert

Große Pläne hatte der Pforzheimer Unternehmer Wolfgang Scheidtweiler für das Freudentaler Schloss: Ein Tagungshotel wollte er aus dem historischen Anwesen machen und es in seine „Private Schloss-Hotel- Collection“ einbinden. Doch nun sind die Verhandlungen mit Eigentümer Rudolf Bayer gescheitert, das Schloss wird nicht verkauft.

Foto: Alfred Drossel
Foto: Alfred Drossel

Freudental. Im Dezember vorigen Jahres machte Wolfgang Scheidtweiler sein Interesse an Schloss Freudental öffentlich. Schloss und Park seien eine wunderbare Anlage, die ideal zu seinen Plänen einer „Privaten Schloss-Hotel- Collection“ passen würde, sagte er gegenüber unserer Zeitung. Neben Freudental sollten dazu auch die Schlösser in Brackenheim, Liebenstein und Vaihingen gehören. „Alle vier Schlösser als Hotels zu nutzen, ist mein Ziel“, betonte der Pforzheimer Hotelier und Unternehmer damals. Seine Idee kam gut an: Das Ludwigsburger Landratsamt hatte bereits seine Zustimmung zum Verkauf signalisiert und auf das Wiederkaufsrecht verzichtet. Und auch in Freudental begrüßte man die Pläne. Doch jetzt sind die Verhandlungen mit Schlosseigentümer Rudolf Bayer gescheitert, der Verkauf ist vom Tisch. Das bestätigt Schlossverwalterin Christa Blaschke auf Nachfrage unserer Zeitung. Weitere Details möchte sie nicht sagen, doch offenbar sind sich Scheidtweiler und der Bietigheimer Galerist Bayer nicht einig geworden über die Modalitäten des Verkaufs. Beide waren gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Bayer hatte das Schloss im Sommer 2007 vom Landkreis Ludwigsburg gekauft und wollte dort ursprünglich ein privates Gymnasium errichten. Doch die Pläne scheiterten, auch weil Bayer und die Gemeinde lange keinen gemeinsamen Weg fanden. Die Streitigkeiten gingen so weit, dass teilweise nur noch über Anwälte miteinander kommuniziert wurde. Erst mit dem Amtsantritt von Bürgermeister Alexander Fleig hat sich das Verhältnis entspannt. Heute finden im Schloss vor allem Hochzeiten, Tagungen, Konzerte und Veranstaltungen statt.

Und dabei soll es auch bleiben, betont Christa Blaschke. „Es geht so weiter wie bisher und wir freuen uns darauf.“ Sie habe bereits Termine für einige Hochzeiten im Schloss ausgemacht, auch Veranstaltungen – zum Beispiel Konzerte – solle es weiterhin geben. Das nächste steht bereits am Samstag, 14. März, an. Dann tritt die Folk-Gruppe „Harbottle & Jonas“ auf. Und auch die Zusammenarbeit mit der Gemeinde bleibe bestehen, betont Blaschke.

Bürgermeister Alexander Fleig gibt offen zu, dass er Scheidtweilers Grob-Konzept fürs Schloss gut gefunden hatte, eigentlich sollten jetzt weitere Details besprochen werden. Auch im Gemeinderat und bei den Bürgern stießen die Pläne auf Zustimmung. Vor allem war damit die Hoffnung verbunden, dass das Schloss für die Freudentaler wieder öffentlich zugänglich würde (wir berichteten).

Wie könnte es nun weitergehen? Die beiden Bebauungspläne, die der Gemeinderat für das Schlossareal erlassen hatte, gelten weiterhin. Bayer will dort mehrere Einzelhäuser bauen lassen und bestehende Gebäude zu Wohnungen umbauen. Die planungsrechtlichen Grundlagen dafür sind bereits seit einigen Jahren geschaffen, die Gemeinde wartet jetzt auf ein Baugesuch. Doch bisher gibt es das noch nicht. Man habe keinerlei Signale in diese Richtung bekommen, sagt Fleig.

Autor: