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Ursache Campylobacter-Infektion
Wegen Hitze und Hygienefehlern: Auch im Kreis Ludwigsburg steigt das Risiko für Durchfallerkrankungen

Auch in Ludwigsburg gab es mehr Infektionen, die zu Durchfallerkrankungen geführt haben.
Auch in Ludwigsburg gab es mehr Infektionen, die zu Durchfallerkrankungen geführt haben. Foto: Daniel Karmann/dpa
Bei steigenden Temperaturen nimmt das Risiko für Durchfallerkrankungen zu. Warum die Campylobacter-Infektion im Kreis eine der häufigsten Ursachen dafür ist.

Kreis Ludwigsburg. Eine der häufigsten Ursachen für bakterielle Durchfallerkrankungen in Deutschland sind Campylobacter-Infektionen. Die Bakterien werden vor allem über rohe oder unzureichend gegarte tierische Lebensmittel, insbesondere Geflügelfleisch und Rohmilch, sowie durch Kreuzkontamination bei der Zubereitung von Speisen übertragen. Laut einer Mitteilung des Landratsamtes wurden 2026 im Landkreis Ludwigsburg bislang 229 Infektionen gemeldet, rund 44 mehr als 2025.

Hühner und anderes Geflügel sind häufig mit Campylobacter besiedelt. Auch Tiere wie Rinder, Schweine, Hunde und Katzen können die Bakterien in sich tragen. Die Tiere selbst zeigen häufig keine Krankheitszeichen. „Umso wichtiger sind ein sorgfältiger Umgang mit den genannten Lebensmitteln ab dem Zeitpunkt des Einkaufs, bei der Weiter- und Zubereitung zuhause, und die Einhaltung einer guten Küchen- und Händehygiene, um eine Übertragung auf den Menschen zu vermeiden“, erklärt Dr. Susanne Hitzler, Fachbereichsleiterin Gesundheitsschutz beim Landratsamt Ludwigsburg.

Welche Beschwerden verursacht Campylobacter?

Eine Campylobacter-Infektion kann laut Mitteilung des Landratsamtes mit Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und allgemeinem Unwohlsein beginnen. Typische Beschwerden treten meist zwei bis fünf Tage nach der Ansteckung auf. Dazu gehören Durchfall, der auch blutig sein kann, Bauchschmerzen und -krämpfe, Übelkeit und Erbrechen.

„In den meisten Fällen klingt die Erkrankung innerhalb einer Woche von selbst ab und eine antibiotische Behandlung ist nicht erforderlich“, sagt Hitzler. In sehr seltenen Fällen könnten jedoch Folgeerkrankungen auftreten: etwa reaktive Gelenkentzündungen und das Guillain-Barré-Syndrom, eine neurologische Erkrankung, die mit Lähmungserscheinungen einhergehen kann.

Im Sommer besonders auf Hygiene achten

Campylobacter-Infektionen treten besonders in den Sommermonaten auf. Hygienefehler beim Transport, etwa bei Nichteinhaltung der Kühlkette oder bei der Zubereitung der genannten Lebensmittel, können die Übertragung der Bakterien begünstigen. So können Keime beispielsweise von rohem Geflügelfleisch über Hände, Schneidebretter, Messer oder Arbeitsflächen auf andere Lebensmittel gelangen.

Besonders problematisch ist eine Kreuzkontamination bei Lebensmitteln, die anschließend nicht mehr erhitzt werden, beispielsweise bei Salaten oder anderen verzehrfertigen Speisen.

Vor Infektionen schützen

Um Campylobacter-Infektionen vorzubeugen, sollten einige einfache Hygieneregeln beachtet werden:

  • Leicht verderbliche Lebensmittel beim Einkauf und Transport nach Hause ausreichend kühlen. Die Kühlkette möglichst nicht unterbrechen.
  • Geflügelfleisch vollständig durchgaren.
  • Rohes Fleisch getrennt von anderen, insbesondere verzehrfertigen Lebensmitteln aufbewahren und zubereiten.
  • Hände nach dem Kontakt mit rohem Fleisch gründlich mit Wasser und Seife waschen.
  • Schneidebretter, Messer, Arbeitsflächen und andere Küchenutensilien nach dem Kontakt mit rohem Fleisch gründlich reinigen.
  • Rohmilch vor dem Verzehr abkochen, wenn sie nicht bereits vom Hersteller behandelt wurde.
  • Geflügelfleisch vor der Zubereitung nicht abwaschen, da sich die Bakterien durch Spritzwasser in der Küche verteilen können.

Gefährdete Gruppen

Besonders Säuglinge, Kleinkinder, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem sollten dabei besonders vorsichtig sein. Schwangeren wird empfohlen, auf rohe Lebensmittel tierischer Herkunft zu verzichten.

„Mit einfachen Hygienemaßnahmen lässt sich das Risiko einer Campylobacter-Infektion deutlich reduzieren“, fasst Hitzler in der Mitteilung zusammen. „Vor allem die konsequente Trennung von rohen und verzehrfertigen Lebensmitteln sowie gründliches Händewaschen tragen dazu bei, Infektionen zu vermeiden.“ (red)