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Baulobby sieht dennoch Handlungsbedarf
Wohneigentumsquote im Kreis Ludwigsburg ist überdurchschnittlich

136.700 Einfamilienhäuser oder Eigentumswohnungen im Landkreis werden von den Eigentümern selbst bewohnt. Das entspricht einer sogenannten Wohneigentumsquote von mehr als 54 Prozent.
136.700 Einfamilienhäuser oder Eigentumswohnungen im Landkreis werden von den Eigentümern selbst bewohnt. Das entspricht einer sogenannten Wohneigentumsquote von mehr als 54 Prozent. Foto: privat
Vom Einfamilienhaus bis zur Eigentumswohnung: Im Kreis Ludwigsburg gibt es rund 136.700 Wohnungen, die von ihren Eigentümern selbst genutzt werden.

Kreis Ludwigsburg. 46 Prozent der Selbstnutzer leben in einer Eigentumswohnung. Das geht aus einer regionalen Wohnungsmarkt-Analyse hervor, die das Pestel-Institut im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) gemacht hat.

Die Wissenschaftler ermittelten dabei für den Landkreis Ludwigsburg eine Wohneigentumsquote von 54,3 Prozent. Zum Vergleich: Bundesweit liegt die Quote bei 43,5 Prozent. „Damit ist Deutschland ein ‚Mieter-Land‘ und landet beim Ranking zum Wohneigentum im Europa-Vergleich nur auf dem vorletzten Platz“, sagt Matthias Günther vom Pestel-Institut laut einer Pressemitteilung.

„Nestbauer werden zur Verlierer-Generation“

„Die eigenen vier Wände rangieren bei den Menschen zwar immer noch ganz oben auf der Wunschliste. Aber gerade die 25- bis 40-Jährigen können sich immer seltener ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung leisten“, sagt Günther weiter.

Rund 110.000 Menschen dieser Altersgruppe leben nach Angaben des Pestel-Instituts aktuell im Landkreis Ludwigsburg. Immer mehr von ihnen seien allerdings gezwungen, dauerhaft zur Miete zu wohnen. „Dabei gehören gerade Jobstarter und Familiengründer zur typischen Klientel für Wohnungskauf und Hausbau. Aber die ‚Nestbauer-Generation‘ ist längst zur Verlierer-Generation beim Wohneigentum geworden“, analysiert der Institutsleiter.

Es fehle an staatlicher Unterstützung, kritisiert der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel: „Der Bund hat zuletzt die Eigenheimzulage und dann das Baukindergeld abgeschafft – und damit die effektive Förderung von Wohneigentum faktisch eingestellt“, sagt BDB-Verbandspräsidentin Katharina Metzger.

Metzger fordert die Bundesregierung auf, schnell ein Programm für Wohneigentum in die Wege zu leiten: „Notwendig sind direkte Zuschüsse. Geld vom Bund also, das auch Durchschnittsverdienern die Chance auf die eigenen vier Wände eröffnet.“ Außerdem sei ein Niedrigzinsprogramm notwendig, so die Baulobbyistin laut Pressemittelung. (red)