Logo

Bürgerentscheid

Zwei oder drei Grundschulstandorte?

Stadtverwaltung Freiberg verteilt Informationsbroschüre zum Bürgerentscheid am 26. September an alle Abstimmungsberechtigten

Die Infobroschüre soll zur Entscheidungsfindung beitragen. Gestaltung: Onart
Die Infobroschüre soll zur Entscheidungsfindung beitragen. Gestaltung: Onart

Freiberg. Die Vorbereitung für den Bürgerentscheid in Freiberg zum Thema Grundschulentwicklung am Sonntag, 26. September, befindet sich in ihrer heißen Phase. Rechtzeitig vor den Sommerferien hat die Verwaltung an alle Abstimmungsberechtigten eine Informationsbroschüre verschickt. Sie entstand in Zusammenarbeit der Verwaltung mit den Gemeinderatsfraktionen und einem Designbüro. Warum kommt es zu einem neuen Bürgerentscheid? Um was geht es bei der Abstimmung? Welche Konsequenzen hat es jeweils, wenn sich die Bürgerschaft für zwei oder drei Schulstandorte ausspricht? Diese Fragen werden in der Broschüre beantwortet. Dazu gibt es allgemeine Informationen über die Ganztagsschule sowie zu den Varianten der Grundschulstandorte. In ihren Stellungnahmen legen Bürgermeister Dirk Schaible sowie die Fraktionen ihre Standpunkte dar.

Warum ein weiterer Bürgerentscheid?

„Sind Sie dafür, dass die Flattichschule und die Kasteneckschule am Standort Kasteneck zusammengeführt werden, und dass die Grünlandschule am Standort Grünlandstraße erhalten bleibt?“ So lautet die Frage, über welche die Stimmberechtigten zu befinden haben. In der Broschüre wird als Grund für die erneute Abstimmung auf den ersten Bürgerentscheid zur Grundschulthematik im Dezember 2016 hingewiesen, den eine Bürgerinitiative über ein Bürgerbegehren erwirkte. Die Mehrheit der abstimmenden Bürger kippte damals den Beschluss des Gemeinderats, der sich ein halbes Jahr zuvor für den Bau einer zentralen Grundschule und damit gegen die Sanierung und Erweiterung der bestehenden drei Grundschulen aussprach. Weitere bauliche Mängel an den Schulgebäuden und die Frage, in welcher der drei Schulen die von vielen Eltern geforderte Ganztagsschule umgesetzt werden soll, verzögerten die Umsetzung des Bürgerwillens. „Bei drei Schulstandorten ist es schwierig, eine gute Lösung zu finden“, lautet das in der Broschüre erwähnte Ergebnis. Die Lösung sollen zwei, statt drei Schulstandorte sein.

Welche Konsequenzen hätte die Entscheidung für drei Schulstandorte?

In dem Informationsheft macht die Verwaltung deutlich, dass an der Ganztagsbetreuung kein Weg mehr vorbeiführt, zumal sich in den vergangenen fünf Jahren in den Kindergärten die Plätze für die Ganztagsbetreuung verdoppelt hätten. Würden sich die Bürger erneut für drei Standorte entscheiden, hätte dies laut Verwaltung unter anderem folgende Konsequenzen: Die Ganztagsschule könnte aus organisatorischen Gründen und laut Empfehlung des Staatlichen Schulamts Ludwigsburg zunächst nur an einem Standort verbindlich eingeführt werden. Dafür müssten die Schulbezirke aufgehoben werden. Der Standort wäre voraussichtlich im Kasteneck im Stadtteil Heutingsheim. Je nach dem, in welchem Stadtteil die Grundschüler leben und ob sie sich für die Ganz- oder Halbtagsschule entscheiden, gestaltet sich die Länge ihres Schulwegs. Da die drei Schulgebäude nacheinander saniert würden, wären die Kasteneckschule 2025/26, die Flattichschule 2030 und die Gründlandschule 2035 bezugsfertig.

Welche Konsequenzen hätte die Entscheidung für zwei Schulstandorte?

Laut Informationsbroschüre werden dann die Flattichschule und die Kasteneckschule zusammengeführt. Der Schulstandort Kasteneck wird dann um zwei auf vier Züge erweitert. Dafür müssen die Gebäude dort saniert und erweitert werden, oder es wird ein neues Gebäude gebaut. Am Kasteneck wird es dann die kostenfreie Ganztagsschule sowie die Halbtagsschule geben; an der Grünlandschule werden dann die Halbtagsschule und die kostenpflichtige kommunale Betreuung angeboten. Auch bei dieser Variante werden die Schulbezirke aufgehoben. Eine vierzügige Grundschule am Kasteneck wäre bis 2025/26 bezugsfertig. Die Sanierung der Grünlandschule könnte 2029/30 abgeschlossen sein. Die alten Gebäude der Flattichschule sind denkmalgeschützt und sollen künftig von der Jugendmusikschule oder von Vereinen genutzt werden.

Wie soll der Verkehr am Kasteneck geregelt werden?

Nach Ansicht der Freiberger Stadtverwaltung, ist der Standort für viele Kinder zu Fuß gut zu erreichen. Für Kinder entfernterer Stadtteile soll es einen Busverkehr geben, zudem ist eine dezentrale Zone geplant, wohin die Eltern ihre Kinder mit dem Auto bringen können.

Autor: