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Gegen das Vergessen
Neue Stolpersteine in Ludwigsburg sollen an vier NS-Schicksale erinnern

Gunter Demnig wird am Wochenende wieder in Ludwigsburg zu Gast sein.
Gunter Demnig wird am Wochenende wieder in Ludwigsburg zu Gast sein. Foto: Holm Wolschendorf (Archiv)
Künstler Gunter Demnig verlegt am Samstag vier neue Stolpersteine in Ludwigsburg. Sie erinnern an Opfer der NS-Zeit – zur Mahnung und gegen das Vergessen.

Ludwigsburg. Vier neue Stolpersteine für Ludwigsburg: Am Samstag, 21. Februar, ist der Künstler Gunter Demnig wieder zu Gast und verlegt ab 9 Uhr Steine zur Erinnerung an vier Menschen in Ludwigsburg. „Zur Mahnung zu Wachsamkeit und Zivilcourage. Und als Warnung, was die falschen Leute an der Macht tun“, heißt es in einer Pressemitteilung der Ludwigsburger Stolperstein-Initiative. Von Samstag an werden in Ludwigsburg 103 Stolpersteine liegen.

Zur PersonGunter DemnigDer Künstler Gunter Demnig ist durch sein Stolpersteine-Projekt im Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus bekannt geworden. Jeder dieser Steine beschreibt das Schicksal eines Menschen, die Steine erinnern dort an die Person, wo diese gelebt hatte. Der 78-Jährige hat inzwischen mehr als 100.000. Stolperstein verlegt. (red)

Gleich um 9 Uhr geht es in der Marstallstraße 4 los: Hier ist unter anderem bereits ein Stolperstein zur Erinnerung an Max Elsas, den damaligen Eigentümer einer Weberei. Nun wird der Name seines Sohnes Ludwig ebenfalls in den Gehweg eingelassen. Der Lungenfacharzt, der vielfach in Lagern der Nazis gesperrt wurde, überlebte die Verfolgung mit angeschlagener Gesundheit und starb wenige Jahre später. Zuvor hatte er wichtige Beiträge zur Aufklärung von NS-Taten geleistet.

Neuer Stein am Rand des Walcker-Parks

Um 9.30 Uhr wird am Rand des Walcker-Parks in der Unteren Kasernenstraße, Ecke Postgässle, ein Stolperstein verlegt, der an Karl Köpf erinnert. Er starb im Alter von 33 Jahren im Konzentrationslager Mauthausen. Nach Verbüßung einer Haftstrafe war er nicht freigekommen, sondern als „Vorbeugehäftling“ in KZs gesperrt worden.

Das Schicksal von Ida Hirschfeld steht ab 10.15 Uhr in der Asperger Straße 39 im Mittelpunkt. Die gelernte Modistin hatte das Haus von ihren Eltern geerbt und musste es aufgeben, weil sie Jüdin war. 1940 beendete sie im Alter von 48 Jahren ihr Leben, ehe sie Opfer der absehbaren weiteren Verfolgung wurde.

Wegen psychischer Probleme ermordet

Wegen ihrer beeinträchtigten psychischen Gesundheit wurde Marie Mack in Grafeneck ermordet, die in der Hohenzollernstraße 11 gewohnt hatte. Dort wird am Samstag um 11.15 Uhr ein Stolperstein zur Erinnerung an die verheiratete Frau und Mutter verlegt, die nach der Pflege eines schwer erkrankten Kindes entkräftet gewesen war.

Zu allen Stolperstein-Verlegungen sind Interessierte eingeladen. Die Mitglieder der Ludwigsburger Stolperstein-Initiative, die nach den Schicksalen der NS-Opfer geforscht haben, werden die Ergebnisse ihrer Recherchen kurz vorstellen. Musikalisch gestaltet werden die Verlegungen vom Blues-, Country- und Rock-Duo „Hippie Television“. (red)