Logo

Partnerstadt auf der Krim: Mehr als 92 Prozent stimmen für Putin

Die Halbinsel Krim scheint für den russischen Präsidenten eine sichere Bank. Gut 92 Prozent der Wähler dort haben laut offiziellen Angaben am Sonntag für Wladimir Putin gestimmt. Auch in Ludwigsburgs Partnerstadt Jevpatorija stimmten neun von zehn Wähler für den amtierenden Präsidenten.

Ludwigsburg. Schon der Wahltermin war ein klares Zeichen für die Bewohner der Krim, alle Russen, aber auch für das Ausland: Exakt vier Jahre nachdem sich Russland die Halbinsel Krim am 18. März 2014 offiziell einverleibt hat, wurde Wladimir Putin am vergangenen Sonntag in seine vierte Amtszeit als Präsident gewählt.

Für viele Bewohner der Krim war das ein besonderer Tag, denn sie konnten sich jetzt erstmals an der russischen Präsidentenwahl beteiligen, was viele nach eigenem Bekunden „stolz und glücklich machte“ – so eine Bewohnerin von Jevpatorija gestern gegenüber unserer Zeitung. Gleichzeitig wurde am Sonntag auch der Tag der Wiedervereinigung – zwischen der Krim und Russland – gefeiert.

Die Wahlergebnisse fielen dann auch entsprechend patriotisch aus. Laut den offiziellen Angaben erhielt Präsident Wladimir Putin auf der Krim 92,15 Prozent der Wählerstimmen. Die Wahlbeteiligung betrug 71,43 Prozent. Noch abgeschlagener als im restlichen Russland rangieren die anderen Kadidaten auf der Krim. So kam Pawel Grudinin (Kommunisten) als Zweitplatzierter nur auf 2,2 Prozent, der Rechtspopulist Schirinowksi dahinter auf lediglich 1,64 Prozent.

Ludwigsburgs Partnerstadt Jevpatorija kommt auf ähnliche Zahlen. Putin erhielt dort 92,04 Prozent der Wählerstimmen, Grudinin 2,51 und Schirinowski 1,99 Prozent. Die Wahlbeteiligung in der Stadt lag laut offiziellen Angaben bei 68,65 Prozent. Der Wahltag wurde abends auf dem Theaterplatz in Jevpatorija mit Livemusik, einem Feuerwerk und Dutzenden Russlandfahnen (Fotos) gefeiert. Die EU hat angekündigt, das Wahlergebnis auf der Krim nicht anzuerkennen.

Laut Ulrich Hebenstreit, dem Vorsitzenden beim Freundeskreis Jevpatorija, hat dieses klare Bekenntnis zu Putin keinerlei Auswirkungen auf die Städtepartnerschaft. „Die Mehrzahl der Bewohner ist zweifelsfrei russlandfreundlich“, so Hebenstreit gestern gegenüber unserer Zeitung. Vom Grundsatz her zweifelt er das Ergebnis nicht an, auch wenn die Wahl und die Wahlvorbereitung wohl nicht nach westlichen Standards abgelaufen sind. Das Wahlergebnis ändere aber nichts daran, dass der Anschluss der Krim vor vier Jahren völkerrechtswidrig abgelaufen sei, sagt Hebenstreit.

Die Freundschaft zwischen Ludwigsburg und Jevpatorija bleibt dem Verein auch weiterhin ein großes Anliegen. Die nächste Reise ist für Ende Mai geplant. Dann werden Ulrich Hebenstreit sowie Siegfried Bauer und einige Musiker wieder auf die Krim reisen, um die Kontakte zu pflegen und mit Musikern aus Jevpatorija ein Konzert zu spielen.