Logo

Urban Gardening

Paulusgarten nimmt bereits Gestalt an

In Oßweil soll die Grünfläche mit Blumen, Kräutern, Obst und Gemüse bestückt werden – Studenten bringen sich bei der Aktion mit ein

350_0900_17644_COSTAF8R8712.jpg
Ein Anfang ist gemacht, die Flächen rund ums Gemeindezentrum sollen zum öffentlichen Garten werden. Foto: Andreas Essig

Ludwigsburg. Mit dem Pflanzen von rund 200 Blumenzwiebeln hat gestern Nachmittag das Projekt Paulus-Mitmach-Garten begonnen. Auf einer Fläche rund um das Paulus-Gemeindezentrum an der Beethovenstraße, auf der sich bisher Rasen und Sträucher befinden, sollen demnächst Gemüse, Kräuter, Blumen und Obst angebaut werden.

Beim anschließenden Workshop haben rund 20 Interessierte Ideen für die künftige Nutzung gesammelt. Dabei handelte es sich um Frauen und Männer aus der Kirchengemeinde und dem Stadtteil, also aus Schlösslesfeld, Oßweil und Hartenecker Höhe. Auch einige Kinder waren dabei. Schließlich soll dieses Projekt zur Enkelgerechtigkeit beitragen, sprich im Sinne künftiger Generationen nachhaltig wirken. „Sie erleben einen spannenden Nachmittag“, versprach Pfarrer Heinz-Martin Zipfel den Besuchern.

Das aus Ehrenamtlichen bestehende Kernteam hatte den Workshop vorbereitet. Dazu gehören neben einer fünfköpfigen Studentengruppe der Hochschule für Verwaltung und Finanzen Akteure der Kirchengemeinde und dem Bewohnernetzwerk Hartenecker Höhe. Die Idee, das Gelände rund ums Gemeindezentrum im Sinne von Urban Gardening in einen öffentlich nutzbaren Garten zu verwandeln, war im Ausschuss für Erwachsenenbildung der Paulusgemeinde entstanden. Begleitet wird dieses Vorhaben vom Referat für Nachhaltige Stadtentwicklung Ludwigsburg. Dessen Leiter Albert Geiger hat an der Hochschule das Projekt vorgestellt. Die fünf Studenten, so erinnerte er sich gestern, hätten sich sofort für die Idee begeistert. „Solch ein Projekt kann nicht von der Stadtverwaltung geleistet werden, sondern muss von Gruppen, Initiativen getragen werden, damit es funktioniert“, sagte Geiger.

Bisher gibt es in Ludwigsburg nur ein weiteres Urban-Gardening-Projekt, und zwar in Eglosheim. Dabei gewinnt dieses Thema immer stärker an Bedeutung. Unterstützt wird die Idee auch von Pfarrer Zipfel. „Was kann man mit solch einem Gelände mitten in der Stadt machen, außer es zu bebauen oder als Parkplatz zu nutzen?“ gab er zu bedenken. Das soll aber nun ausdrücklich nicht geschehen. Vielmehr soll der Paulusgarten Teil einer grünen Fuge werden, die sich in einigen Jahren quer durch die Stadt ziehen soll. Es sollen nämlich weitere Urban-Gardening-Projekte angestoßen werden.

Mit der Frage, welche Voraussetzungen erfüllt werden sollten, damit Urban Gardening funktioniert, beschäftigen sich die fünf Studenten des berufsbegleitenden Masterstudiengangs Public Management. „Wir erfahren auf diese Weise, wie Projektmanagement in der Praxis funktioniert“, sagte Elena Breymaier, die sich mit Katharina Haug, Markus Winkelmann, Hedda Gerlach und Berenice Kreuzhof an diesem Projekt beteiligt. Die Studierenden stammen aus unterschiedlichen Orten in Baden-Württemberg und sind bei Behörden tätig. Eine Gemeinsamkeit verbindet sie auf jeden Fall: Die Begeisterung für das Projekt Paulus-Mitmach-Garten.

Und das trifft auch auf die Teilnehmer des Workshops zu. Als Motiv bei diesem Projekt mitzumachen, fiel bei der Vorstellungsrunde sehr häufig der Begriff Gemeinschaft. Denn diese lässt sich wunderbar erleben, wenn man gemeinsam eine brach liegende Grünfläche in einen Garten verwandelt.

Info: Wer Lust hat, zum Gelingen des Paulusgartens beizutragen, kann per Mail Kontakt aufnehmen unter paulusmitmachgarten@t-online.de. Der nächste Workshop findet am 25. Februar, ab 14.30 Uhr im Paulus-Gemeindezentrum an der Beethovenstraße 70 statt.