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Rettung für die Kaulquappen

Tümpel am Hungerberg in Ludwigsburg wird nach einem Hilferuf von den Einsatzkräften aufgefüllt

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Die Feuerwehr füllte den Teich bis zum oberen Rand. Der ist jetzt wieder perfektes Habitat für die Kaulquappen.Foto: privat
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Wer ein schöner Frosch werden will, braucht Freunde. Und viel Wasser. Foto: osayumi/Adobe Stock

Ludwigsburg. Des einen Freud, des anderen Leid: Das nahezu perfekte Freibadwetter, macht nicht nur Gartenbesitzern und Landwirten schwer zu schaffen, die sich um ihre Pflanzen sorgen. Weil es zu wenig regnete, war dieser kleine Teich am Hungerberg oberhalb der Marbacher Straße fast ausgetrocknet. Was macht‘s, werden Sie sich jetzt fragen, aber man muss genauer hinschauen.

Das hat auch ein Ludwigsburger getan, der öfter an den Teichen mit seinem Sohn spazierengeht, um mit ihm gemeinsam dort Kaulquappen zu beobachten. Und sie mussten Tag für Tag zusehen, wie der Wasserstand rapide abnahm. „Was ist, wenn kein Wasser mehr da ist? Sterben dann alle Kaulquappen?“, fragte der Fünfjährige besorgt.

Das wollte der Vater verhindern und wandte sich an die Feuerwehr Ludwigsburg. Denn seine sonstige Antwort – es werde sicher bald wieder regnen – griff diesmal nicht: „Laut Wetterprognose war kein Regen in Sicht.“ Der Mann wusste sich zu helfen und schrieb in seiner E-Mail an die Wache: „Ich meine mich zu erinnern, dass die Feuerwehr Hoheneck schon mal in bewährt heldenhafter Weise den Teich mit Wasser gefüllt hat. Könnten Sie dieses Jahr auch daran denken? Oder die Stadtgärtnerei damit beauftragen?“

Jemanden beauftragen? Selbst ist die Feuerwehr. Da wird nicht lange gefackelt. „Wir handelten sofort“, sagt der stellvertretende Kommandant Hans-Peter Peifer. So rückte ein eher kleiner Teil der hauptamtlichen Abteilung I aus, um mal was anderes zu retten als Hunde aus Autos oder Katzen von den Bäumen: Hunderte von Kaulquappen.

Ganz ohne Blaulicht, aber mit viel Wasser an Bord ging es mit dem Tanklöschfahrzeug an den Hungerberg, der Teich wurde gefüllt. Ob es dafür ein zigfaches gepiepstes Danke aus Kaulquappenmündern gab, ist nicht überliefert. Aber sicher ist: Der Vater hatte einen Nerv getroffen, als er seine Mail mit diesem ungewöhnlichen Aufruf zur Solidarität schloss: „Für die Kaulquappen!“