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Bildung

Schlaumachen für die Karriere

Messe an Erich-Bracher-Schule informiert Jugendliche über Weiterbildungen nach der Lehre

Großer Andrang in der Aula der Erich-Bracher-Schule. Fotos: Andreas Becker
Großer Andrang in der Aula der Erich-Bracher-Schule. Foto: Andreas Becker
Mit großem Interesse ließen sich die Jugendlichen beraten.
Mit großem Interesse ließen sich die Jugendlichen beraten.

Ludwigsburg. Wie kann es nach einer Ausbildung beruflich weitergehen? Diese Frage treibt offensichtlich viele Schüler der Erich-Bracher-Schule um. Gut besucht ist die Messe „Karriere mit Lehre“ dort gewesen, die auch auf großen Zuspruch von Arbeitgebern stieß. Einige Betriebe stellten ihre Lehrlinge extra dafür frei. Sie konnten sich bei zwölf Weiterbildungseinrichtungen über verschiedene berufliche Entwicklungsmöglichkeiten nach der Ausbildung informieren.

Dick gefüllt mit Informationsmaterial über Weiterbildungsangebote nach der Lehre ist die Tüte bereits, die Selina Beelenherm mit sich über die Ausbildungsmesse der Erich-Bracher-Schule (EBS) „Karriere mit Lehre“ schleppt. An den Ständen in der Aula der kaufmännischen Berufsschule hat sie alle Infos über Wege zum Handels- und zum Wirtschaftsfachwirt gesammelt. Noch hat sich sie nicht entschieden, welchen der beiden Abschlüsse sie nach ihrer Ausbildung in Groß- und Außenhandelsmanagement anstreben möchte. Aber eines steht für die junge Frau im zweiten Lehrjahr bereits jetzt fest: Sie möchte sich auf jeden Fall in die eine oder die andere Richtung weiterqualifizieren.

Das möchten auch Jeamie Paulmann und Amona Geipel, die wie Beelenherm im zweiten Lehrjahr für Groß- und Außenhandelsmanagement sind, aber noch am Anfang ihres Rundgangs über die Messe stehen. Für zwei Stunden hat ihr Arbeitgeber, ein Kabelhersteller aus Hemmingen, sie extra freigestellt, damit sie die Veranstaltung besuchen können. „Es ist ganz schön viel los“, stellen die beiden mit Blick auf die volle Aula fest. Klassenweise drängen Auszubildende hinein, die an diesem Donnerstag Berufsschulunterricht haben. Die Schulleitung hat ihnen eigens Zeitfenster dafür zugeteilt. Paulmann und Geipel überlegen, wo sie mit ihrem Rundgang am besten anfangen. Genaue Vorstellungen wie sich die Weiterbildung gestalten soll, haben sie indes bereits. „Es muss auf jeden Fall etwas Berufsbegleitendes sein, um weiterhin Geld verdienen zu können“, sagt Paulmann. Zudem hat sie ein Studium für sich ausgeschlossen. Geipel nickt. „Ich bin auch nicht so der schulische Mensch, aber dafür bin ich bei der Arbeit gut“, schließt sie sich der Meinung ihrer Kollegin an. Und beide sind sich sicher, dass sie an den Ständen ein passendes Angebot für sich finden werden. Ihre Klassenkameraden, welche die Ausstellung schon besucht hätten, seien „total überzeugt davon“.

Er fühle sich jetzt gut informiert, urteilt einer von ihnen gegenüber unserer Zeitung. Zwei Stunden lang habe er sich alle Stände angesehen und sich beraten lassen, berichtet Niko Schwenninger, ebenfalls angehender Groß- und Außenhandelskaufmann im zweiten Lehrjahr. Auch er wurde von seinem Arbeitgeber, einem Ludwigsburger Logistikunternehmen für den Messebesuch, freigestellt.

Angelika Schober-Penz, die Presseverantwortliche der Schule, freut sich, dass die Messe solch einen großen Zuspruch auch seitens der Ausbildungsbetriebe findet. Das zeige, dass sich die bislang im Landkreis Ludwigsburg einzigartige Veranstaltung, die von Matthias Hils, dem Abteilungsleiter Berufsschule, in Zusammenarbeit mit seinen Kolleginnen Andrea Krumme und Simone Hammer, speziell für die eigene Schülerschaft organisiert wird, etabliert habe. 2015 gab es die Messe zum ersten Mal – und seither findet sie im Zweijahres-rhythmus statt. „Die Idee dahinter ist lebenslanges Lernen und kein Abschluss ohne Anschluss“, erklärt Penz.

Mit dieser Einstellung hat Panagiotis Savvidis seine kaufmännische Ausbildung begonnen. Denn eigentlich wollte der junge Mann Wirtschaftsinformatik studieren. Weil es mit dem Studienplatz nicht prompt geklappt hat, ging er in die Lehre. Nun hält er auf der Messe gezielt Ausschau nach Studienangeboten. Am Stand der SBA Management School kann er unter anderem fündig werden. Die private Hochschule mit Sitz in Berlin und Standorten in ganz Deutschland bietet berufsintegrierte Studiengänge an.

Wie ist das Interesse der Ausstellungsbesucher? „Sie sind total offen dafür“, antwortet Julia Weber von der SBA. Auch Maraike Maisack vom Verein zur Förderung der Berufsbildung ist voll des Lobes: „Die Jugendlichen sind jetzt schon total interessiert, obwohl viele von ihnen erst im ersten oder zweiten Ausbildungsjahr sind.“ Das zeige sich auch am schwindenden Bestand ihrer Infomaterialien über die Möglichkeiten sich berufsbegleitend, in Vollzeit oder online zum Fachwirt weiter zu qualifizieren. Einige Broschüren seien bereits restlos vergriffen, obwohl die Messe noch lange nicht zu Ende sei. „Die Jugendlichen nehmen sich ganz viel mit.“

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