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Intendant im LKZ-Podcast NewsCouch
Schlossfestspiele Ludwigsburg: Lucas Reuter setzt auf Vielfalt, neue Orte und große Open-Air-Abende

Lucas Reuter auf der NewsCouch im Gespräch mit Ulrike Trampus und Stephan Wolf aus der LKZ-Chefredaktion.
Lucas Reuter auf der NewsCouch im Gespräch mit Ulrike Trampus und Stephan Wolf aus der LKZ-Chefredaktion. Foto: Kevin Bitz
Intendant Lucas Reuter startet mit 90 Veranstaltungen in seine erste vollständig eigene Saison der Ludwigsburger Schlossfestspiele.

Ludwigsburg. Wenn die Ludwigsburger Schlossfestspiele an diesem Freitag in die Saison 2026 starten, beginnt für Intendant Lucas Reuter ein besonderer Sommer. Es ist die erste Spielzeit, die der 42-Jährige vollständig selbst verantwortet. Im LKZ-Podcast NewsCouch beschreibt Reuter sein Ziel: Das Publikum solle einen intensiven Festspielsommer erleben – mit künstlerischen Entdeckungen, Begegnungen und Abenden, die nachwirken.

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Rund 90 Veranstaltungen stehen auf dem Programm der Internationalen Festspiele Baden-Württemberg. Reuter sieht die Stärke der Schlossfestspiele vor allem in ihrer Vielfalt: Oper, Tanz, Orchesterkonzerte, Weltmusik, Jazz, Pop, Performance und zeitgenössisches Musiktheater sollen die Stadt im Sommer zu einer großen Bühne machen.

Die Stadt als Bühne

Neben den klassischen Spielorten wie Schlosstheater, Ordensaal, Schlosskirche und Forum am Schlosspark rücken weitere Orte stärker in den Mittelpunkt. Dazu gehören das Monrepos, Parks, Plätze und Straßen. Neu ist 2026 auch der Innenhof des Kunstzentrums Karlskaserne, der mit zwei großen Open-Air-Formaten bespielt wird.

Reuter betont, dass Ludwigsburg damit über eine besondere Spielstättenlandschaft verfüge. Gerade diese Mischung unterscheide die Schlossfestspiele von spezialisierten Festivals wie Bayreuth, Donaueschingen oder reinen Tanzfestivals.

Monrepos kehrt ohne Feuerwerk zurück

Besonders im Fokus steht das Monrepos Open Air. Nach dem Ende des Feuerwerks galt das Format als gefährdet. Reuter entschied sich dennoch für eine Fortsetzung – nun an drei Abenden. Der Grund: Die Festinwiese mit Seeschloss, Park und Kastanien sei für ihn einer der schönsten Open-Air-Konzertsäle Deutschlands.

Außerdem lohne sich die aufwendige Infrastruktur wirtschaftlich eher, wenn sie für mehrere Abende genutzt werde. Geplant sind drei große Orchesterprogramme, unter anderem mit französischem Repertoire, Beethoven-Konzerten, der Fünften Sinfonie und der „Pastorale“.

Neue Formate für neues Publikum

Mit den Festspielnächten in der Karlskaserne öffnet sich das Festival stärker für Jazz, Pop und Weltmusik. Reuter will diese Sparten nicht nur am Rand präsentieren, sondern mit großem Aufschlag. Die Abende sollen mehr sein als Konzerte: eine Mischung aus Flanieren, Kulinarik, Tanzen und internationaler Festivalatmosphäre.

Auch kostenlose Formate bleiben Teil des Programms. Auf dem Marktplatz ist zum 300-jährigen Jubiläum der Stadtkirche eine spektakuläre Vertikaltanz-Performance an der Kirchenfassade geplant. Daneben werden Parkkonzerte im Favoritepark und an der Seeterrasse von Schloss Monrepos angeboten.

Kultur unter Kostendruck

Trotz stabiler öffentlicher Förderung steht das Festival finanziell unter Druck. Reuter verweist auf deutlich gestiegene Kosten für Bühne, Technik, Licht, Ton und Sicherheit – vor allem seit der Corona-Pandemie. Künstlerhonorare hätten sich dagegen weniger stark verändert.

Eine zusätzliche Bundesförderung von 250.000 Euro habe dem Programm einen „Turbo“ gegeben. Ohne diese Mittel, so Reuter, hätte etwa ein Viertel der geplanten Produktionen gestrichen werden müssen.

Sorge um das Forum am Schlosspark

Ein zentrales Thema bleibt die Zukunft des Forums am Schlosspark. Eine Generalsanierung dürfte mehrere Jahre dauern. Für die Schlossfestspiele wäre das ein deutlicher Einschnitt, weil dort große Orchester-, Tanz-, Ballett- und Opernproduktionen stattfinden.

Reuter hält eine Sanierung dennoch für entscheidend. Das Forum müsse für die kommenden 40 bis 50 Jahre spielbar gemacht werden. Ideal wäre aus seiner Sicht eine Wiedereröffnung zum 100-jährigen Jubiläum der Schlossfestspiele im Jahr 2032 – wichtiger sei aber eine tragfähige Lösung ohne Zeitdruck.

Kultur als demokratischer Ort

Kürzungen im Kulturbereich sieht Reuter kritisch. Zwar gelte Kultur politisch oft als freiwillige Leistung. Für ihn ist sie jedoch ein wesentlicher Bestandteil des demokratischen Zusammenlebens. In Kunst und Kultur werde verhandelt, wie Gesellschaft künftig aussehen könne.

Bis zum Jubiläumsjahr 2032 will Reuter die Schlossfestspiele wieder stärker auf der internationalen Festivallandkarte verankern. Sein Anspruch: ein Leuchtturmereignis für Stadt, Region und Land – und ein Festival, das Menschen zusammenbringt, bewegt und zum Nachdenken anregt.

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