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Mobilfunk

Sendemast kommt nach Oßweil

Das Regierungspräsidium hat entschieden: In Oßweil darf ein Mobilfunkmast gebaut werden. Darüber informierte Oberbürgermeister Matthias Knecht am Mittwoch den Stadtteilausschuss Oststadt.

So stellt sich die Interessengemeinschaft den geplanten Mobilfunkmast vor. Fotomontage/Grafik: privat/LKZ
So stellt sich die Interessengemeinschaft den geplanten Mobilfunkmast vor. Fotomontage/ Foto: privat/LKZ
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Ludwigsburg/-Oßweil. „Wir müssen die Baugenehmigung zeitnah erteilen“, so Knecht, und Bürgermeisterin Gabriele Nießen ergänzte: „Das ist eine Anweisung vom Regierungspräsidium, der müssen wir nachkommen.“ Die Stadtverwaltung hatte den geplanten, 25 Meter hohen Mobilfunkmast im Gebiet „Gegen Eich“ zunächst abgelehnt. Sie begründete dies unter anderem mit der enormen Höhe. Zuvor hatte sich in Oßweil eine Bürgerinitiative gegründet, die sich ebenfalls gegen den Sendemast aussprach. Denn der Sendemast wird auf einem Grundstück der Telekom in unmittelbarer Nähe zur Holderburg aufgestellt. Diese stammt aus dem Jahr 1198 und ist nach Angaben der Bürgerinitiative damit das älteste Gebäude in Ludwigsburg.

Den Widerspruch hat das Regierungspräsidium nun zurückgewiesen. Damit hat die Deutsche Funkturm GmbH grünes Licht, im Auftrag der Telekom den Funkmast zu errichten. Damit soll die Mobilfunkabdeckung im Schlösslesfeld verbessert werden. Nötig ist dies, weil auf einem Gebäude in der Mainzer Allee im Schlösslesfeld Mobilfunkantennen abgebaut wurden. Der Vertrag mit dem Grundstückseigentümer, der Kliniken gGmbH, war nicht verlängert worden.

Während die Mitglieder des Stadtteilausschusses Oststadt erleichtert aufatmen, dass nun eine Entscheidung zum Funkmasten auf dem Tisch liegt, kommt das Urteil des Regierungspräsidiums in Oßweil gar nicht gut an. Elmar Metzger von der Interessengemeinschaft „Oßweil gegen den Sendemast“ zeigte sich überrascht, als ihn gestern der Anruf unserer Zeitung erreichte. „Man hatte uns zugesagt, uns zu informieren, wenn eine Entscheidung getroffen ist, das ist aber ganz offenbar nicht geschehen.“

Einfach hinnehmen möchte Metzger die Entscheidung nicht. „Wir müssen uns nun in der Interessengemeinschaft über die neue Situation abstimmen“, sagt er. Bereits im Vorfeld habe man deutlich gemacht, dass man im Falle einer Standortgenehmigung für „Gegen Eich“ die Möglichkeit weiterer juristischer Schritte prüft.

„Wir sind ja nicht gegen Funkmasten, aber doch nicht hier mitten in einem Wohngebiet!“ Von seinem Schlafzimmer bis zum Sendemast-Standort seien es gerade mal zehn Meter. „Und was ist mit den Anwohnern, die hier vor nicht allzu langer Zeit neu gebaut haben? Die haben doch einen Wertverlust ihrer Grundstücke!“

Außerdem habe man der Deutschen Funkturm GmbH alternative Grundstücke auf dem freien Feld angeboten, „mit idealer Sicht zum Schlösslesfeld hin“. Aber davon habe die Deutsche Funkturm GmbH keinen Gebrauch machen wollen. „Die Telekom hat das aus Gründen der Wirtschaftlichkeit ungesehen abgelehnt.“ Dabei, so sagt Metzger, seien die angebotenen Grundstücke nicht teuer gewesen.

Metzger führt auch gesundheitliche Bedenken ins Feld. Vor allem nach der Ankündigung der Telekom, Mobilfunkmasten künftig gemeinsam mit den Konkurrenten Vodafone und Telefonica nutzen zu wollen, fragt er sich: „Was für ein Monster wir hier wohl noch erleben werden.“

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