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Innenstadt

Volkshochschule zieht in die Seestraße

Ein leerstehendes Ladenlokal in der Seestraße wird das neue Domizil der Volkshochschule Ludwigsburg. Nach den Sommerferien ist dort die Anmeldung und Beratungsstelle der VHS zu finden – mit einem großzügigen Empfang.

Das Ladenlokal in der Seestraße 16 steht seit vielen Monaten leer. Nach dem Umbau des Erdgeschosses zieht zum neuen Semester die Geschäftsstelle der Volkshochschule in das Gebäude in der Fußgängerzone ein. Foto: Holm Wolschendorf
Das Ladenlokal in der Seestraße 16 steht seit vielen Monaten leer. Nach dem Umbau des Erdgeschosses zieht zum neuen Semester die Geschäftsstelle der Volkshochschule in das Gebäude in der Fußgängerzone ein. Foto: Holm Wolschendorf
Ein großzügiger Empfangsbereich ist geplant. Illustration: Stadt Ludwigsburg
Ein großzügiger Empfangsbereich ist geplant. Illustration: Stadt Ludwigsburg
Von den neuen Beratungsnischen sollen Teilnehmer profitieren.
Von den neuen Beratungsnischen sollen Teilnehmer profitieren.

Mehr als 900 Veranstaltungen und Kurse bietet die Volkshochschule zwischen Februar und August an. Die Hitliste führen dabei nach wie vor die Sprachkurse an. Wer genau wissen will, welcher Sprachkurs der richtige ist, bucht nicht online, sondern lässt sich in der Geschäftsstelle beraten. Wer über die Bildungsprämie ein VHS-Angebot nutzen will, muss sogar Beratung in Anspruch nehmen.

Anlaufstelle für diese Gespräche ist bisher die Geschäftsstelle in der Mathildenstraße 21/1. In dem Verwaltungsgebäude der Stadtverwaltung teilen sich die VHS-Mitarbeiter den Platz mit den Beschäftigten des Fachbereichs Bildung und Familie. Weil dort die Aufgaben wachsen und damit auch die Zahl der Mitarbeitenden, soll die VHS ausziehen. Die 13 Verwaltungsmitarbeiter der VHS wechseln in die Seestraße 16 – ein aktuell leerstehendes Ladenlokal.

Wo früher eine Boutique war, sollen künftig Beratungsgespräche und Kursanmeldungen stattfinden. Obwohl vieles heute online und per Telefon abgewickelt wird, spricht die Stadtverwaltung von 50 bis 80 Besuchern täglich. Der Beratungsbedarf ist für einige Kursangebote groß. Deshalb werden ein Kundenempfang und drei Beratungskabinen im Erdgeschoss eingerichtet, auch das Obergeschoss sowie das Dachgeschoss sollen als Büros genutzt werden.

Über den unverhofften Ortswechsel freut sich die Leiterin der Volkshochschule, Martina Wörner, sehr. „Dieser Umzug fällt wie ein Geschenk vom Himmel“, sagt Wörner im Gespräch mit unserer Zeitung. Mit dem schönen offenen Empfang und den Beratungskabinen seien die Möglichkeiten für die Teilnehmer am neuen Standort optimal. Sie geht davon aus, dass sich dadurch auch Wartezeiten reduzieren lassen. Zwar sei das Kulturzentrum, wo viele der VHS-Veranstaltungen stattfinden, jetzt nicht mehr in Sichtweite – aber von der Seestraße aus immerhin noch in der Nähe. So ließe sich der Weg dorthin den fragenenden Kursteilnehmern auch noch kurz erklären.

Wörner selbst ist eine der Ersten, die umzieht. Sie wird ihr Büro im Obergeschoss einrichten und die Geschicke der VHS bereits von April an aus der Seestraße leiten.

Für den Umbau des Ladenlokals zur VHS-Geschäftsstelle kalkuliert die Stadtverwaltung Kosten von rund 340.000 Euro ein. Hinzu kommen neue Mietkosten in ungenannter Höhe. Damit sich dieser Umbau auch lohnt, will man die Flächen gleich für zehn Jahre, statt wie bisher angedacht nur für 5 Jahre, anmieten. Das wurde im jüngsten Bauausschuss des Gemeinderats vorgestellt. Bei den hohen Investitionskosten wünschte sich auch SPD-Stadtrat Dieter Juranek (SPD) einen langfristigen Mietvertrag. Ebenfalls kritisch auf die Umbaukosten blickte Reinhold Noz (CDU). Sein Kommentar: „Glücklich sei derjenige, der an die Stadtverwaltung vermietet.“ In seinen Augen hätte auch der Vermieter die Räume umbauen können.

„Für die VHS ergibt sich die Chance, sich mit dem Kundenbereich stärker im öffentlichen Raum zu präsentieren“, hofft man im Rathaus. „Dabei ist auch eine unverkennbare Außenwirkung der Volkshochschule zu erzielen.“ Grünen-Stadträtin Dr. Christine Knoss lobte die Pläne für die Gestaltung des Erdgeschosses als „mal wieder äußerst geschmackvoll“. Knoss hofft auf „die Belebung der Seestraße“, während Dieter Juranek sagt, er sei skeptisch, ob die VHS in der Seestraße gut aufgehoben ist.

Die Volkshochschule siedelt sich neben dem Kundencenter der Stadtwerke an. Die SWLB haben diese Dependance im Oktober 2017 als zusätzliche Anlaufstelle in der Innenstadt eröffnet.

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