1. Startseite
  2. Lokales
  3. Wirtschaft
Logo

Kolumne: Börsen im Blick
Aktienkauf: Der DAX und europäische Zykliker zum Jahresende besonders interessant

Börsenexperte Florian Hamann.
Börsenexperte Florian Hamann. Foto: Fuchsbrief/p
Chancen auf eine Jahresendrallye sind vorhanden, es bleiben aber Risiken durch die schon hohen Bewertungen.
Zusammenfassung Neu

• Oft ist das vierte Quartal an den Aktienmärkten das lukrativste.

• Die Rentabilität der KI-Investitionen steht weiter im Fokus der Anleger.

• Mit dem chinesischen Unternehmen Baidu setzen Investoren auf den Durchbruch der autonomer Mobilität.

Unsere Zusammenfassung wurde mit KI erstellt.

Kreis Ludwigsburg. Historisch gesehen ist das vierte Quartal an der Börse das beste des Jahres. Doch kommt es auch 2026 zu einer Jahresendrallye? Trotz des Iran-Kriegs, der hohen Inflation und der schwierigen wirtschaftlichen Situation schneidet das laufende Jahr gar nicht so schlecht ab. So hat der Dax bis zum Donnerstagmorgen um 5,8 Prozent auf 25.916 Punkte zugelegt. Wesentlich besser sieht es jenseits des Atlantiks aus. Dort haben der S&P 500 um 13,1 Prozent auf 7.744 Punkte und der Nasdaq 100 sogar um 16,9 Prozent auf 29.533 Punkte zugelegt.

„Die Chancen auf eine Jahresendrallye an den internationalen Aktienmärkten sind durchaus vorhanden, dürften jedoch regional und sektoral unterschiedlich ausfallen. Besonders der DAX könnte von einer konjunkturellen Stabilisierung, disinflationären Tendenzen, staatlichen Investitionsprogrammen und verbesserten Gewinnerwartungen für 2027 profitieren“, sagt Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst CMC Markets FUCHS.

Zykliker sind interessant

Für die Wall Street seien die Geldpolitik und die Unternehmensgewinne entscheidend. Tatsächlich hat die US-FED bei ihrer gestrigen Sitzung den Leitzins bei 3,75 bis vier Prozent belassen. Und auch die Unternehmensgewinne konnten sich in der laufenden Berichtssaison bislang sehen lassen.

Dennoch weist Lipkow auf die Risiken durch die bereits hohen Bewertungen und Zweifel an der Rentabilität der enormen KI-Investitionen hin. „Eine breitere Rallye, die auch die Industrie-, Finanz-, und Nebenwerte erfasst, wäre deshalb ein positives Signal für das kommende Gesamtjahr 2027“, sagt Lipkow.

„Insgesamt erscheinen der DAX 40 und ausgewählte europäische Zykliker zum Jahresende als besonders interessant, gefolgt von breit aufgestellten US-Aktien und profitablen Technologieunternehmen“, sagt Lipkow. „Bei den Rohstoffen besitzt Gold weiterhin eine strukturelle Unterstützung.“

Profitieren von chinesischem Tech-Konzern

Ein interessantes Tech-Unternehmen ist Baidu. Der chinesische Konzern entwickelt sich zunehmend zu einem KI-Unternehmen – und setzt mit seiner Robotaxi-Plattform Apollo Go auf einen besonders spannenden Zukunftsmarkt. Entscheidend wird sein, ob der Internetriese aus seinem technologischen Vorsprung ein dauerhaft profitables Geschäft machen kann.

Im vierten Quartal 2025 absolvierte Apollo Go 3,4 Millionen vollständig fahrerlose Touren – mehr als dreimal so viele wie im Vorjahreszeitraum. Im Februar 2026 überschritt die kumulierte Zahl der Fahrten die 20-Millionen-Marke. Dabei legte die Flotte insgesamt mehr als 300 Millionen Kilometer autonom zurück, davon über 190 Millionen Kilometer vollständig ohne Fahrer.

Die angekündigte Expansion nach Europa ist für Privatanleger das spannendste Signal. Durch die strategische Partnerschaft mit Lyft (die zuvor den europäischen Dienst FreeNow übernommen haben) will Baidu bereits im Laufe dieses Jahres autonome Flotten in London und der Schweiz (Projekt „AmiGo“) an den Start bringen. In der britischen Hauptstadt ist ein fahrerloser Start für 2027 geplant und hängt von den behördlichen Genehmigungen ab.

Fundamental günstige Aktie

Baidu bietet Anlegern eine interessante Möglichkeit, auf den kommerziellen Durchbruch autonomer Mobilität zu setzen. Apollo Go hat seine operative Leistungsfähigkeit bereits in großem Maßstab unter Beweis gestellt und expandiert international. Gelingt es, die Kosten weiter zu senken und die Auslastung der Flotten zu erhöhen, könnte aus dem bisherigen Technologieprojekt ein bedeutendes Mobilitätsgeschäft werden.

Mit einem KGV um 16 und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,66 ist Baidu fundamental günstig. Mit rund 70 Euro handelt der Titel aus charttechnischer Sicht in der Nähe der Vorjahrestiefs – eines markanten potenziellen Unterstützungsniveaus. Langfristig orientierte Anleger kaufen erste Stücke!

Der Autor:Dr. Florian Hamann ist Redakteur im Verlag Fuchsbriefe. Er wirft in dieser Woche einen persönlichen Blick auf die Börse. Kennzahl und Kursentwicklung eines speziellen Unternehmens entfallen diese Woche.