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Kolumne: Börsen im Blick
Gefahr aus Frankreich? Renditen für Staatsanleihen auf höchstem Stand seit der Dot.com-Blase

Kolumnist Florian Hamann.
Kolumnist Florian Hamann.
Frankreich müsste sparen, stattdessen gibt es Proteste. Droht aus dem Nachbarland Gefahr für die Börsen? Und welche Aktie ist jetzt empfehlenswert?
Zusammenfassung Neu

• Die Renditen für französische Staatsanleihen sind stark gestiegen.

• Trotz der hohen Zinsen sollten Anleger ihre Aktien nicht vorschnell in Staatsanleihen tauschen.

• Zum Kauf empfiehlt der Kolumnist die brasilianische Rohstoffaktie Vale.

Unsere Zusammenfassung wurde mit KI erstellt.

Berlin/Ludwigsburg. Noch sind die Zerstörungen der Ausschreitungen und Plünderungen vom vergangenen Wochenende nicht beseitigt, schon bereitet sich Frankreich auf ein neues Schreckensszenario an diesem Wochenende vor. „Es ist ganz einfach: Diesen Samstag werde ich nicht öffnen. Und vielleicht werde ich am Wochenende überhaupt nie wieder öffnen“, erklärt Antoine, der Betreiber des Geschäfts Atelier Amelot in Paris der französischen Wirtschaftszeitung Le Figaro.

Staatsverschuldung hoch...

Doch auch an den Anleihemärkten steht Frankreich und damit der Eurozone ein Schreckensszenario bevor. Sollten Ratingagenturen Frankreichs Kreditwürdigkeit herabstufen, dürfte dies die Renditen der französischen Staatsanleihen weiter in die Höhe treiben. Schon am Donnerstagvormittag kletterte die Verzinsung der zehnjährigen Papiere auf zeitweise 5,096 Prozent. Das ist der höchste Wert seit dem Platzen der Dot.com-Blase vor 24 Jahren. Angesichts einer Staatsverschuldung von rund 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts muss der französische Staat also deutlich mehr an Zinsen berappen, entsprechend weniger Geld bleibt für andere Aufgaben, die die Demonstranten lauthals fordern.

... Sanierung ungewiss

Um eine Staatsschuldenkrise zu vermeiden, müsste Frankreich dringend seinen Haushalt sanieren. Tatsächlich versucht der französische Premierminister Sébastien Lecornu schon seit Monaten, ein Sparprogramm über 43 Milliarden Euro durchzubringen. Angesichts der Proteste wirkt das aber zunehmend aussichtslos.

Kein Wunder also, dass der Spread bei der Verzinsung zwischen den französischen Staatsanleihen und ihren deutschen Pendants kontinuierlich steigt. Erstaunlich ist, dass die Aktienmärkte von der sich verschärfenden Krise kaum Notiz zu nehmen scheinen. So notierte der DAX am Freitagmorgen bei 25.258,92 Punkten, etwa auf gleichem Niveau wie vor einer Woche. Ganz ähnlich beim französischen Leitindex, dem CAC40.

Fazit: Trotz der horrenden Neuverschuldung in Deutschland können die Bundesanleihen ihren Status als sicherer Hafen verteidigen. Investoren sollten angesichts der Turbulenzen an den Anleihenmärkten nicht vorschnell ihre Aktien in hochverzinsliche Staatsanleihen austauschen.

Rohstoffe made in Brasilien

Empfehlung: Vale SA (ISIN: US91912E1055) . Maßgeblich für die Geschäftsentwicklung des brasilianischen Bergbaukonzerns Vale dürfte nicht nur die Preisentwicklung bei Erzen sein, sondern auch, wie die künftige Regierung Investitionen, Rohstoffexporte und die Beziehungen zu den wichtigsten Handelspartnern China und den USA gestaltet.

Vale ist ein weltweit tätiger Bergbaukonzern, der vor allem Eisenerz und Nickel fördert und weltweit eine führende Stellung einnimmt. Außerdem werden Manganerz, Ferrolegierungen, Kohle, Kupfer, Platinmetalle, Gold, Silber, Kobalt sowie Kaliumkarbonat, Phosphate und Düngemittel produziert.

Daneben betreibt Vale auch Infrastrukturprojekte. Dazu gehören Schienennetze, Häfen und eine eigene Flotte zum Transport von Eisenerz. Das Unternehmen profitiert von seiner kostengünstigen Produktion und der Qualität seiner Erze.

Kupfer und Nickel sind gefragt

2025 erreichte die Eisenerzproduktion mit 336 Millionen Tonnen den höchsten Stand seit 2018. Für das laufende Jahr strebt Vale eine Produktion von 335 bis 345 Millionen Tonnen an. Neben dem Eisenerzgeschäft rücken Kupfer und Nickel in den Fokus. Ausbau der Stromnetze, Elektrifizierung und wachsender Bedarf an Energieinfrastruktur stützt die Kupfernachfrage langfristig. Vale will seine Kupferproduktion steigern.

Im zweiten Quartal 2026 zog das Pro-forma-EBITDA gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um 19 Prozent auf 4,1 Milliarden US-Dollar an. Der wiederkehrende Cashflow legte um satte 49 Prozent auf 1,5 Milliarden US-Dollar zu. Mit einem KGV unter 8 und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,65 ist die Vale-Aktie fundamental günstig. Eine Dividendenrendite von rund 6,5 Prozent macht den Titel interessant.

Der Autor:Dr. Florian Hamann ist Redakteur im Verlag Fuchsbriefe, der sich seit 2002 mit den Themen Finanzmärkte und Börsen beschäftigt. Er wirft in dieser Kolumne einen persönlichen Blick auf die Börse.