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Wohlstand und Wachstum
Wirtschaftskolumne: Für Wirtschaft, Zusammenhalt und Demokratie in Baden-Württemberg

Dr. Andreas Bareiß.
Dr. Andreas Bareiß. Foto: FABW/Anja Fellerhoff/p
Die Wirtschaft im Südwesten lebt von Offenheit, Rechtsstaatlichkeit und dem Vertrauen in Fakten. Bei der Wahl im März gilt es deshalb, klug zu wählen.

Direktor und Geschäftsführer der Filmakademie Baden-Württemberg

Am 8. März geht es um mehr als eine Landtagswahl. Wir stehen an einem Scheideweg. Baden-Württemberg befindet sich inmitten einer tiefgreifenden wirtschaftlichen und sozialen Transformation – einer Umbruchphase, wie wir sie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht erlebt haben. Die Entscheidungen, die wir heute treffen – persönlich, politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich – wirken weit über eine Legislaturperiode hinaus.

In meiner Arbeit als Direktor der Filmakademie Baden-Württemberg erlebe ich täglich, wie sehr junge Menschen und Beschäftigte nach Orientierung suchen. Und ich sehe, wie entscheidend Zuversicht und Vertrauen in die Zukunft sind. Wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Wandel gelingt nur, wenn Menschen Perspektiven haben – durch Bildung, Offenheit und verlässliche politische Rahmenbedingungen.

Baden-Württemberg ist ein starkes Land. Unser Wohlstand beruht auf Unternehmergeist, Innovationskraft und hervorragend ausgebildeten Menschen. Doch diese Stärke ist kein Selbstläufer. Globale Märkte verändern sich rasant, technologische Entwicklungen verlaufen exponentiell, der demografische Wandel verschärft den Fachkräftemangel, geopolitische Spannungen stellen unsere Sicherheit infrage. Unter diesen Bedingungen sind Wohlstand und Wachstum weder Zufall noch selbstverständlich. Sie entstehen durch kluge, oft mutige, mitunter auch schmerzhafte Entscheidungen – der Politik, aber auch von jeder und jedem Einzelnen.

Jetzt zählt es, bewusst zu wählen. Eine Wahlentscheidung ist mehr als ein Kreuz auf dem Stimmzettel. Sie ist ein Bekenntnis zu einer Richtung. Wollen wir ein kulturreiches Land bleiben, das Investitionen ermöglicht, Innovationen fördert und soziale wie ökologische Verantwortung übernimmt? Oder folgen wir jenen, die komplexen Herausforderungen mit allzu einfachen Antworten begegnen, laute Parolen über differenzierten Diskurs stellen und das Vertrauen in Wissenschaft, Fakten und unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung untergraben?

Oft hört man den Satz: Wirtschaft ist nicht alles, aber ohne Wirtschaft ist alles nichts. In dieser Zuspitzung stimmt das nicht ganz. Richtig ist jedoch: Unser Gemeinwesen, soziale Leistungen ebenso wie Kultur und Nachhaltigkeit, hängen von öffentlichen Mitteln ab. Diese entstehen nur, wenn eine funktionierende Wirtschaft Wertschöpfung ermöglicht. Ohne wirtschaftliche Stärke wird es für alle schwierig.

Dabei sollte der Blick in Baden-Württemberg nicht allein auf klassische Industrien beschränkt bleiben. Unser Land verfügt über enormes Potenzial auch in der Kreativ- und Medienwirtschaft – dort, wo Technologie, Gestaltung und digitale Innovation zusammenkommen. Dieses Feld steht für Wachstum, neue Geschäftsmodelle und Zukunft.

Ebenso entscheidend ist die Haltung, die wir mit unserer Wahl unterstützen. Unsere Wirtschaft lebt von Offenheit, internationaler Zusammenarbeit, Rechtsstaatlichkeit und einem klaren europäischen Rahmen. Wer Abschottung propagiert oder demokratische Spielregeln infrage stellt, gefährdet Investitionen, Arbeitsplätze und den sozialen Zusammenhalt.

Am 8. März geht es um die langfristige Richtung unseres Landes – wirtschaftlich wie gesellschaftlich. Wir müssen Verantwortung übernehmen: für unsere Wirtschaft, unsere Gesellschaft und die kommenden Generationen. Baden-Württemberg im Herzen Europas braucht Mut, Vernunft, Zuversicht und Vertrauen in die Zukunft. Lassen Sie uns klug wählen. Denn: Jetzt zählt’s!