Ärztlicher Direktor der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie im RKH Klinikum Ludwigsburg
Das Krebszentrum Nordwürttemberg am RKH Klinikum Ludwigsburg investiert in eines der modernsten Bestrahlungsgeräte seiner Art und setzt damit ein klares Zeichen für eine leistungsfähige, wohnortnahe und patientenorientierte Medizin. Mit dem neuen Linearbeschleuniger erhalten Patientinnen und Patienten aus dem Landkreis Zugang zu innovativer Hochpräzisions-Strahlentherapie – ohne weite Wege auf sich nehmen zu müssen. Er wurde am vorvergangenen Samstag angeliefert, wird derzeit installiert und soll ab Ende März 2026 regulär in Betrieb gehen.
Das über zehn Tonnen schwere Gerät erzeugt hochenergetische Strahlung, mit der Tumore äußerst gezielt bestrahlt werden können. Ziel ist es, Krebszellen möglichst wirkungsvoll zu zerstören und gleichzeitig gesundes Gewebe bestmöglich zu schonen. Durch das Zusammenspiel modernster Bildgebung, neuester Techniken zum Scannen von Oberflächen und intelligenter Software (KI) wird die Behandlung noch genauer, sicherer und komfortabler.
Die wesentliche Innovation ist die neue integrierte Bildgebung am Bestrahlungsgerät. Sie erzeugt Computertomographie-Bilder in nahezu höchster Qualität (Hypersight). Seit 2025 wird die neue Technik im klinischen Alltag an TrueBeam-Linearbeschleunigern eingesetzt. In Baden-Württemberg ist es erst das zweite Gerät dieser Art, welches installiert wird. Die Bildgebung ermöglicht einen besseren und sehr akkuraten Überblick in noch kürzerer Zeit.
Ein weiteres zentrales Element ist die sogenannte oberflächengestützte Strahlentherapie. Dabei wird die Körperoberfläche der Patientinnen und Patienten berührungslos gescannt, um sie millimetergenau zu positionieren. Zusätzlich können Bestrahlungen gezielt in bestimmten Atemphasen erfolgen. Besonders bei Tumoren im Brust- und Lungenbereich lassen sich so Herz und Lunge noch besser schützen. Patientinnen und Patienten werden dabei aktiv eingebunden: Ein Lichtsystem zeigt an, wann die optimale Atemposition erreicht ist.
Für die Behandlungsplanung kommt außerdem eine KI-gestützte Software – ein sogenanntes Multimetastasen-Radiochirurgiesystem – zum Einsatz, die vor allem bei Patientinnen und Patienten mit wenigen Metastasen Vorteile bringt. Denn mehrere Tumorherde können gleichzeitig behandelt werden – schneller, präziser und mit geringeren Nebenwirkungen. Bei Nachuntersuchungen kann mithilfe von Künstlicher Intelligenz sehr genau ausgewertet werden, wie gut der Tumor auf die Behandlung reagiert hat.
„Mit dieser Kombination aus innovativer Bildgebung, Präzisionskontrolle und KI-Technologie können unsere Patientinnen und Patienten von den neuesten Behandlungskonzepten der modernen Onkologie profitieren“, erklärt Prof. Dr. Arndt-Christian Müller, Ärztlicher Direktor der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie im RKH Klinikum Ludwigsburg.
