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Kfz-Gewerbe benötigt Rechtssicherheit
Wirtschaftskolumne: Recht auf Reparatur, aber richtig

Der neue Obermeister der Kfz-Innung Region Stuttgart Frank Schnierle.
Der neue Obermeister der Kfz-Innung Region Stuttgart Frank Schnierle.
Beim Recht auf Reparatur denken viele zuerst an den Toaster. Doch auch das Kfz-Gewerbe ist betroffen - und benötigt verlässliche Regelungen.

Obermeister Kfz-Innung Region Stuttgart Frank Schnierle

Bis Ende Juli 2026 müssen die Vorgaben des europäischen Rechts auf Reparatur in nationales Recht umgesetzt werden. Für Verbraucher ist das ein wichtiges Signal. Für das Kfz-Gewerbe bedeutet es zugleich neue Anforderungen und offene Fragen.

Im Mittelpunkt stehen rechtliche und praktische Rahmenbedingungen. Gerade mögliche Haftungsfragen sorgen in der Branche für erhebliche Unsicherheit. Werkstätten dürfen nicht für Risiken verantwortlich gemacht werden, die sie weder technisch noch organisatorisch beeinflussen können.

Die mittelständisch geprägten Betriebe in unserer Region sichern täglich Mobilität, Versorgung und Ausbildung. Diese gewachsenen Strukturen gilt es zu erhalten – sie dürfen durch zusätzliche Bürokratie und unklare Vorgaben nicht geschwächt werden.

Im Landtag Baden-Württemberg wurde die Thematik kürzlich im konstruktiven Austausch erörtert. Mit Tobias Vogt, Mitglied des Landtags Baden-Württemberg und Fraktionsvorsitzender der CDU-Landtagsfraktion Baden-Württemberg, Thomas Dörflinger, Mitglied des Landtags Baden-Württemberg und Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg, sowie Prof. Dr. Andrea Wechsler, Mitglied des Europäischen Parlaments und Generalsekretärin der CDU Baden-Württemberg, waren zentrale politische Entscheidungsträger eingebunden. Der Austausch hat deutlich gemacht: Verbraucherschutz und wirtschaftliche Tragfähigkeit dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden – sie müssen gemeinsam gedacht und praxistauglich ausgestaltet werden.

Das Ziel ist richtig: Reparierbarkeit stärken, Ressourcen schonen und Verbraucher entlasten. Damit dies im Werkstattalltag funktioniert, braucht es jedoch klare, rechtssichere und umsetzbare Regelungen.

Die Innung des Kraftfahrzeuggewerbes Region Stuttgart fordert daher eine ausgewogene Ausgestaltung der neuen Vorgaben. Rechtssicherheit ist kein Detail, sondern die Grundlage für funktionierende Betriebe und fairen Wettbewerb.

Nur wenn Regulierung und betriebliche Realität zusammenpassen, kann das Recht auf Reparatur zu einem echten Erfolg für alle Beteiligten werden.