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Serie X

Klaus durch Zusammenhalt geprägt

Vor 40 Jahren qualifizierte sich die SpVgg 07 Ludwigsburg 1978 für die neue Oberliga Baden-Württemberg. Die Schwarz-Gelben waren über Jahrzehnte gesetzt in der höchsten Amateurliga und im württembergischen Fußball. Was ist aus den einstigen Drittligagrößen geworden, was treiben sie heute?

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Von 07 in die zweite Bundesliga: Bernd Klaus 1998 im Trikot der Stuttgarter Kickers. Foto: Baumann
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Ludwigsburg. Er hatte eine 100-prozentige Trefferquote im schwarz-gelben Trikot: Der Torhüter Bernd Klaus trat für 07 bei zwei Elfmetern an – und verwandelte die auch. Später schaffte er den Sprung von Ludwigsburg in die 2. Bundesliga und wurde bei den Stuttgarter Kickers an der Seite von Jonathan Akpoborie, dem späteren Nationalspieler Zoltan Sebescen oder Tayfun Korkut Profi. „Ich bin heute ein Blauer, kein Schwarz-Gelber“, sagt er heute, „meine intensivsten Freundschaften resultieren aber aus meiner 07-Zeit, noch heute gehe ich mit einigen meiner Ludwigsburger Ex-Kameraden jedes Jahr zusammen nach Ibiza.“

Beim FV Zuffenhausen begann er einst seine Karriere bei seinem Heimatverein, mit 17 Jahren stand er bei den Aktiven schon in der damals viertklassigen Verbandsliga im Tor – und kickte sonntags in der A-Jugend im Sturm. Rainer Adrion kam und holte ihn später als 07-Trainer in die viertklassige Oberliga und spätere Regionalliga auf den Fuchshof. „Adrion hatte als Ex-Profi ein unglaubliches Charisma und ließ damals schon mit einer Viererabwehrkette bei uns spielen“, blickt Klaus zurück, „wir Spieler haben ihm blind vertraut, wir hatten dann tatsächlich auch einige Jahre lang die wenigsten Gegentore in der ganzen Liga.“

Vor allem der Teamgeist sei in Ludwigsburg damals sensationell gewesen. Nach dem letzten Saisonspiel ging es regelmäßig mit dem kompletten 07-Tross nach Ibiza. Mit seinen Ex-Teamkollegen Jürgen Feyhl, Armin Scheiffele, Thomas Fritz, Robert Marche und Markus Wörner betreibt er dieses Ritual bis zum heutigen Tag. Heute sind die einstigen 07-Teamkollegen auch bei seinen Beachvolleyball-Aktivitäten in Bietigheim-Bissingen mit dabei.

Später ging er zu den Kickers nach Stuttgart, doch an 07 kam er zunächst einmal nicht vorbei: Die Stuttgarter waren aus der 2. Liga gerade abgestiegen und so stand das Derby der SpVgg gegen die Kickers in der drittklassigen Regionalliga Süd an.

Dann schaffte er es mit den Blauen wieder in die 2. Bundesliga, teilweise an der Seite des heutigen VfB-Chefcoaches Korkut, dem Ex-07-Spieler Tomislav Maric und dem späteren Erstbundesligastar Akpoborie. „Akpoborie war der beste Spieler, mit dem ich je zusammen in einer Mannschaft gespielt habe“, sagt er, „der war einfach nicht zu greifen, er hat mir ordentlich Tore reingehauen im Training.“

Heute lebt er in Stuttgart-Nord, betreibt als Diplom-Betriebswirt eine Unternehmensberatungsgesellschaft. Im Landkreis Ludwigsburg ist er noch oft, sein 16-jähriger Sohn kickt beim SGV Freiberg in der B-Jugend.

Aber nicht als Torwart. „Das Tor habe ich ihm nicht empfohlen“, sagt der heute 50-Jährige, „das kann man innerhalb von einem Sekundenbruchteil vom Held zu Depp werden, wie Sven Ulreich diese Woche im Bayern-Kasten.“