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Fussball

Röcker findet sein Glück in Dänemark

Der Löchgauer Benedikt Röcker ist auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Ein Jahr nach seinem Wechsel von Fußball-Zweitligist Greuther Fürth zum dänischen Traditionsverein Brøndby IF hat er sich zu einer echten Größe im Team von Alexander Zorniger entwickelt.

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Für Brøndby am Ball: Der Löchgauer Benedikt Röcker. Foto: Gonzalesphoto

Ludwigsburg. Brøndby/Löchgau. Benedikt Röcker ist bereits wieder voll eingespannt. Seine erste Saison beim dänischen Traditionsclub Brøndby IF hat der Profifußballer aus Löchgau hinter sich. Nun hat die Vorbereitung auf seine zweite Spielzeit im Vorort der Hauptstadt Kopenhagen begonnen. „Besser hätte ich es mir nicht träumen können“, sagt der 27-Jährige während seiner Mittagspause am Telefon.

Zorniger gibt den Anstoß zum Wechsel

„Brøndby ist für mich ein internationaler Top-Club“, betont Röcker. Vor einem Jahr wechselte der Innenverteidiger vom deutschen Zweitligisten Greuther Fürth nach Dänemark. Hauptsächlich wegen Trainer Alexander Zorniger. Die beiden kennen und schätzen sich seit ihrer gemeinsamen Zeit bei der SG Sonnenhof Großaspach in der Regionalliga. „Er hat mich damals besser gemacht und er hat mich jetzt auch wieder besser gemacht“, lobt der gelernte Bürokaufmann den ehemaligen VfB-Trainer. Von der SGS wechselte Röcker zum VfB Stuttgart, wo er nach guten Leistungen in der 3. Liga den Sprung ins Bundesliga-Team schaffte.

Für Zorniger und Röcker war es nun das erste Jahr bei Brøndby. Mit dem zweiten Platz in der Liga und im Pokal kann sich das Ergebnis sehen lassen. Der erst seit Anfang der 90er Jahre in der ersten Liga spielende Hauptstadtclub FC Kopenhagen war in beiden Wettbewerben besser. „Die direkten Duelle waren meist knapp. Es ist trotzdem schade, dass kein einziger Derbysieg dabei war.“, blickt Röcker auf den Zweikampf mit dem Erzrivalen zurück. Viele schöne Momente habe er während der ersten Saison erlebt. „Im Rückspiel gegen Hertha BSC, da hat die Hütte hier gebrannt“, erinnert sich der frühere Jugendspieler des Verbandsliga-Absteigers FV Löchgau. In der 3. Runde der Europa League besiegte Brøndby die Berliner nach einer 0:1-Hinspielniederlage zu Hause überraschend mit 3:1. Auch das Pokalfinale sei trotz der 1:3-Niederlage eine unvergessliche Erinnerung: „Das war das Größte, was ich je gespielt habe.“

Benedikt Röcker fühlt sich in Dänemark wohl. Seine Wohnung liegt 15 Minuten Autofahrt vom Trainingsgelände entfernt am Stadtrand von Kopenhagen, direkt am Wasser. „Da kann man entspannt sitzen, spazieren gehen oder auch mal schwimmen“, erzählt er. „Das ist gut so. Den großen Stadttrubel bin ich nicht gewohnt. Ich komme ja vom Lande aus dem Grünen“, scherzt Röcker.

Dennoch schätzt er Kopenhagen als „wunderschöne Stadt“. Wenn er Zeit hat, zieht es ihn an den Nyhavn, den Hafenkanal im Stadtzentrum, wo sich bunte Caféhäuser und Tavernen aneinanderreihen. Ein weiterer Vorteil von Kopenhagen: „Man fliegt nur eine Stunde nach Stuttgart.“ Denn der Cousin des Freiburger Bundesliga-Profis Julian Schuster ist ein absoluter Familienmensch. Seine Freundin hat ein halbes Jahr mit ihm in der dänischen Hauptstadt gelebt, nun absolviert die angehende Realschullehrerin ihr Referendariat in Vaihingen. So oft es geht, ist Röcker auf Heimatbesuch. „Wenn ich zwei Tage am Stück frei habe, zieht es mich eigentlich immer nach Löchgau.“

Auch das Treiben seiner Lieblingsvereine verfolgt er. „Der FV Löchgau und der VfB Stuttgart sind in meinem Herzen“, betont Röcker. Ob er es zum Fußballturnier des Neckar- und Enzboten schafft, das vom 2. bis zum 6. August in seiner Heimatgemeinde stattfindet, weiß er noch nicht. „Wenn es zeitmäßig geht, auf jeden Fall. Aber ich denke, das wird schwer.“ Denn Röcker hat mit Brøndby noch einiges vor. Mindestens einen der beiden zweiten Plätze will er in Gold umwandeln. Ein Vorhaben, auf das er sich freut: „Die momentane Phase ist das Beste, was mir bisher in meiner Karriere passiert ist.“