Stuttgart. Die krisengeschüttelte baden-württembergische Baubranche sieht für 2026 erste Anzeichen für eine Trendwende. Der Präsident der Landesvereinigung Bauwirtschaft, Markus Böll, verwies in Stuttgart auf die Zunahme der Baugenehmigungen im Wohnungsbau. Dies sei ein Indikator, der Hoffnung gebe, und dies könnte bei der Erholung der Branche helfen. Die Bauwirtschaft habe das dritte Rezessionsjahr hinter sich.
Böll sagte: «Damit mehr bezahlbarer Wohnraum entsteht, muss das Land die soziale Wohnraumförderung auf das Niveau der Bundesförderung anheben.» Im Doppelhaushalt 2025/2026 stehen nach Angaben des Verbands jährlich 760 Millionen Euro an Fördermitteln zur Verfügung, davon 456 Euro vom Bund und 304 Millionen Euro vom Land. Hinzu kommen demnach 2026 noch einmal Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes.
Ende November vergangenen Jahres waren in der Bauwirtschaft rund 72.500 Menschen beschäftigt. Zugleich mahnte der Verband mehr Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur an. Ein Drittel der Landesstraßen sei sanierungsbedürftig, fast jede zehnte Brücke an Bundes- und Landesstraßen schadhaft. Der Verfall der Verkehrswege gefährde den Wirtschaftsstandort massiv.
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