Ludwigsburg. Über Jahrzehnte hinweg gab es diese niederschwellige Anlaufstelle für Menschen in persönlichen, familiären, psychischen oder partnerschaftlichen Krisen. „Es war ein Beitrag zur psychosozialen Versorgung im Landkreis Ludwigsburg. Ein Team von sechs Honorarkräften mit entsprechenden Zusatzausbildungen hat Gesprächstermine in den Bezirksstellen in Ludwigsburg, Ditzingen und Bietigheim-Bissingen angeboten“ heißt es in einer Pressemitteilung des Kreisdiakonieverbands (KDV).
Kein Geld mehr vom Landkreis
Hintergrund dieses Schrittes sei die Entscheidung des Kreistags, den Zuschuss in Höhe von 7.500 Euro komplett zu streichen. So fehle für die Diakonie ein Finanzierungsbaustein, der die Eigenmittel des Trägers und die Eigenbeiträge der Ratsuchenden bisher ergänzt hat. „Angesichts sinkender Kirchensteuermittel können wir wegbrechende Zuschüsse nicht auffangen.“, so Martin Strecker, KDV-Geschäftsführer. „Wir bedauern sehr, dieses Angebot einstellen zu müssen.“
Durchschnittlich fanden pro Jahr 340 Beratungsgespräche statt. Es gab in den letzten Jahren moderate Wartezeiten von rund sieben Wochen. „Gerade in akuten persönlichen Krisen ist für die Betroffenen eine zeitnahe Unterstützung sehr wichtig“, so eine der bisherigen Beraterinnen.
Angebot auch für Menschen mit wenig Geld
Die Themen seien so bunt gewesen, wie es die Menschen sind, jedoch sei immer eine seelische Notlage im Vordergrund gestanden, die allein nicht mehr zu bewältigen war. „Besonders wichtig war dieses Angebot auch durch seine einkommensabhängige Ausgestaltung. Dadurch hatten auch Menschen mit geringem Einkommen die Möglichkeit professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen, die ihnen sonst oft verschlossen bleibt“, heißt es weiter. In letzter Zeit sei es sehr schwierig, zeitnah Therapie- oder Beratungskapazitäten zu finden. „Mit der Einstellung des Angebots entsteht aus Sicht der Diakonie eine weitere Versorgungslücke im Landkreis. Anfragende werden jetzt an andere Anlaufstellen verwiesen.
