Stuttgart. Grünen-Politiker Cem Özdemir lässt Spekulationen um ein mögliches Ministeramt für den parteilosen Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer weiter offen. Auf die Frage, welche landespolitische Rolle Palmer nach der Wahl spielen werde, sagte Özdemir: «Ich bin permanent im Gespräch mit ihm». Selbstverständlich werde Palmer für ihn auch eine wichtige Rolle spielen. Aktuell verteile man aber keine Ämter.
Özdemir lobte seinen früheren Parteifreund immer wieder in höchsten Tönen. Am Montag sagte er: «Ich bin ihm sehr, sehr dankbar. Er hat dazu beigetragen, dass ich heute hier sitz.» Da gebe es gar kein Vertun. «Jeder, der was anderes sagt, der sollte vielleicht mal die Zahlen studieren».
Der Oberbürgermeister hatte Mitte Februar Özdemir und dessen Ehefrau Flavia Zaka im Tübinger Rathaus getraut. Palmer ist ein langjähriger Freund der Familie. Am Wahlabend hatte er gesagt: «Wenn jemand meinen Rat sucht, dann bekommt er den. Das war die letzten 15 Jahre ein vertrauensvolles Verhältnis mit Winfried Kretschmann. Dafür stehe ich weiter zur Verfügung.» Die Spekulationen um ein mögliches Ministeramt ließ er zuletzt ebenfalls offen.
Grüne Jugend: Palmer soll weder Minister noch Berater werden
Die Grüne Jugend hatte am Montag gefordert, dass Palmer weder Minister noch Berater in der künftigen Landesregierung werden dürfe. «Die Haltungen und wiederholten rassistischen Äußerungen des ehemaligen Grünen-Mitglieds Boris Palmer sind mit den Grundwerten unserer Partei unvereinbar.»
© dpa-infocom, dpa:260309-930-792208/1
