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Theaterstück gegen Schulgewalt

Darsteller sind in den kommenden Wochen zur Prävention im Kreis unterwegs

Premiere des Stücks „Tierisch gut!“ in der Schillerschule.Foto: Ramona Theiss
Premiere des Stücks „Tierisch gut!“ in der Schillerschule. Foto: Ramona Theiss

Kornwestheim. Obwohl sie alle die gleiche Waldschule besuchen, sind sich die Tiere gar nicht grün. Wie sie aus diesem Alltag mit dem gegenseitigen Mobben und Dissen herausfinden, erzählt ein Theaterstück von Q-Rage. An der Schillerschule hatte es nun Premiere.

Es ist ein Zwei-Personen-Einakter für sechs Tierrollen mit dem Titel „Tierisch gut“. Da ist die lahme Schnecke, die aber sieht, was alle anderen in der Hektik übersehen, die Ziege, die ständig meckert, der coole und starke Wolf, der gerne den Macho raushängt, der soziale, aber arme Hase aus der Großfamilie, der sich eben keine Markenklamotten leisten kann und der gemütliche Panda, der ausgegrenzt wird, weil er anders aussieht, aus der Fremde zugezogen und halt der Exot ist. Ihre Lehrerin, die Weise Eule, hat die ewigen Streitereien satt. Sie schickt das Quintett auf eine abenteuerliche Reise durch den geheimnisvollen Wald.

Nach einigen Startschwierigkeiten erkennen die Tiere auf ihrem Weg, dass sie für sich alleine und ohne die Hilfe der anderen aufgeschmissen sind und ihren Auftrag alleine niemals erfüllen könnten. Die persönlichen Schwächen entpuppen sich als individuelle Stärken , die die Expedition entscheidend vorwärtsbringen.

Verein erinnert an Gewaltopfer

Die Schauspieler Sandra Hehrlein und Jörg Pollinger von Q-Rage beziehen ihr junges Publikum in die Handlung mit ein. Die 60Drittklässler beteiligen sich mit Vorschlägen, wie das aktuelle Problem denn jetzt akut gelöst werden könnte. Die beiden haben das Stück auch geschrieben. Im Auftrag des Vereins „Ein Stern für Lena – gegen Gewalt“. Den haben Cornelia und Norbert Wacker gegründet, nachdem ihre 21-jährige Tochter vor sechs Jahren in Stuttgart ermordet wurde. Am Tag der Uraufführung von „Tierisch gut“ in Kornwestheim hätte die junge Frau ihren 27. Geburtstag gefeiert.

Gewaltprävention, Deeskalation und Zivilcourage hat sich der Verein auf die Fahnen geschrieben und so bereits die Produktion von „Am Limit“ – ebenfalls von Q-Rage – für Siebtklässler gefördert. „Wir wollten jetzt auch in die Grundschulen gehen“, sagt Cornelia Wacker aus Esslingen zur neuen Idee. „Damit kann gar nicht früh genug begonnen werden“, bestätigt Schulsozialarbeiterin Emily Lewis. Der soziale Umgang untereinander werde früh geprägt. Früh müsse deshalb auch negativen Entwicklungen gegengesteuert werden. Ziel müsse immer sein, zu konstruktiven Lösungen zu kommen.

Hier setzt der Job von Stefan Bettels von S-Team-Coaching aus Ludwigsburg an. Der Trainer bereitet in den Klassen die Aufführung mit allen Eindrücken jeweils 90 Minuten lang nach. „Ich bin gut und wertvoll“, soll den Kindern dabei unter anderem Selbstbewusstsein vermittelt werden, damit sie es also gar nicht nötig haben, sich auf Kosten anderer zu profilieren. Faires Streiten sollen sie lernen, der Klassenverbund gestärkt werden.

Mit diesem auch von der Kreissparkasse geförderten Projekt ist Q-Rage jetzt in den kommenden Wochen in 20 Schulen im Landkreis unterwegs. Dann läuft die finanzielle Förderung aus. Hehrlein hofft, dass sich weitere Gönner finden. „Schon jetzt ist die Warteliste mit Anfragen lang.“

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